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Ein Zwischenfazit zur Kaderplanung

Zwischenfazit Kaderplanung 2014/2015
Zwischenfazit Kaderplanung 2014/2015

Das Personalkarussell beim SC Preußen Münster dreht sich zurzeit in Höchstgeschwindigkeit. Binnen fünf Tagen hatte Sportvorstand Carsten Gockel drei Schlüsseltransfers eingetütet, darunter zwei Spieler aus der zweiten Liga und ein begehrtes Talent aus der dritten Liga. Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Kader.

Doch der Reihe und vor allem den Positionen nach.

Die Torhüter

Im Tor sind die Planungen, wenn nicht noch etwas Gravierendes passieren sollte, abgeschlossen. Mit Daniel Masuch, Max Schulze Niehues weiß Ralf Loose, dass er zwei Torhüter hat, auf die er sich verlassen kann. Marco Aulbach wurde als U23 Keeper von Eintracht Frankfurt verpflichtet und soll höchstwahrscheinlich die Rolle einnehmen, die zunächst Cedric Wilmes und nach dessen Abgang Aziz Retzep erfüllten.

Das Rennen um die Nr. 1 im Tor dürfte dagegen völlig offen sein. Max Schule Niehues hat seinen Vertrag diesen Sommer erst verlängert und dürfte nicht in der Absicht unterschrieben haben, mit 25 Jahren noch lange das Geschehen von der Bank aus zu beobachten. Daniel Masuch wird sich wohl das erste Mal, und das haben die Verantwortlichen bereits angekündigt, einem offen Kampf um den begehrten Platz im Kasten ausliefern müssen.

Unsere Abwehr

Auch in der Innenverteidigung ist der SCP für die kommende Spielzeit stark aufgestellt. Mit Blick auf die Innenverteidigung beneidet uns sicherlich der ein oder andere Verein. Dort kämpfen mit Patrick Kirsch, Simon Scherder, Dominik Schmidt und Marco Pischorn vier Spieler um zwei freie Plätze. Schmidt und Scherder haben ihre Arbeitspapiere nach Saisonende jeweils um zwei Jahre verlängert, „Bambam“ Pischorn wurde im Winter verpflichtet, hatte aber zunächst mit mangelnder Spielpraxis und diversen kleineren Verletzungen zu kämpfen. Nach einer kompletten Verteidigung hat er jedoch das Potenzial zu einem der absoluten Ausnahmeverteidiger der 3. Liga zu werden, wie er es bereits in Sandhausens Aufstiegssaison war. Doch auch der Senkrechtstarter der abgelaufenen Saison, Simon Scherder, sowie Dominik Schmidt dürften Ansprüche anmelden. Patrick Kirsch dürfte in seiner fünften Spielzeit im Preußendress zunächst einmal nur die Rolle des Back-Ups bleiben, der jedoch, und das weiß wohl auch Ralf Loose, jederzeit ins kalte Wasser geschmissen werden kann.

Auf den Außenverteidigerpositionen gab es bei Kevin Schöneberg nach zwischenzeitlicher Suspendierung die 180°-Wende. Eine bärenstarke Rückrunde brachte den Außenverteidiger wieder in den Fokus, doch auch er entschied sich, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern. Mit Julian Riedel, der in seiner ersten Saison in der dritten Liga größtenteils stabile Leistungen absolvierte, besitzt der SCP eine Allzweckwaffe, die ohne größeren Qualitätsverlust sowohl auf links, als auch auf rechts eingesetzt werden kann. Fabian Hergesell war über 1 ½ Jahre Mr. Zuverlässig auf der linken Seite, doch auch er konnte irgendwann nicht mehr an die Leistungen anknüpfen, die er im Fast-Aufstiegsjahr gebracht hatte und rutschte mehr und mehr in den Hintergrund. Das Interesse an Alexander Dercho, der jedoch bei seinem Arbeitgeber verlängerte, verdeutlichte noch einmal, dass sich eventuell auf der Position noch einmal etwas tun könnte.

Unser Mittelfeld

Marc Heitmeier (r.) ist der fünfte Neuzugang für Preußen Münster

Marc Heitmeier (r.) ist der fünfte Neuzugang für Preußen Münster (Foto: SCP)

Das defensive Mittelfeld wurde am Samstagvormittag um einen, vielleicht entscheidenden Spieler reicher. Marc Heitmeier unterschrieb für zwei Jahre plus Option im Aufstiegsfall. Der gelernte Innenverteidiger, der jedoch von Ex-Preuße Benno Möhlmann zum „Sechser“ umgeschult wurde, ist der Ersatz für den Ex-Capitano Stefan Kühne, der mittlerweile beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen als Co-Trainer von Marc Fascher die Geschicke leitet. Neuer Kapitän seit dem Wintertrainingslager ist Jens Truckenbrod. Nach aktuellem Stand wird die neue Doppelsechs wohl Truckenbrod/Heitmeier heißen. Ein Amaury Bischoff hat sich nach seinem Rote Karten „Hattrick“ und seine Wechselgedanken zunächst einmal selber ins vorläufige Aus manövriert. Für einen Fußballer, der vor nicht einmal einem Jahr als einer der besten Spieler der dritten Liga galt, eine bedenkliche Entwicklung. Laut der BILD-Zeitung ist man auch noch am U20 Nationalspieler Erik Zenga interessiert. Neben dieser, ist auch noch die Personalie von Robin Neupert zu klären, dessen Vertrag in wenigen Wochen ausläuft. Obwohl Neupert mehrfach äußerte, sich in Münster sehr wohl zu fühlen, stehen die Zeichen hier auf Trennung.

Robin Neupert im Derby gegen Osnabrück

Robin Neupert im Derby gegen Osnabrück

Zudem ist Malte Grashoff, der in seiner ersten Saison ohne Einsatz blieb, ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Verein.

Auf den Flügeln im Mittelfeld stehen für zwei Positionen ebenfalls vier Spieler zur Verfügung. Auf der rechten Seite wird sich wenig Neues tun. Benjamin Siegert und Marcus Piossek gehören ebenfalls der Verlängerungs-Fraktion an. Von Piossek erhofft man sich jedoch mit einer kompletten und verletzungsfreien Vorbereitung noch mal einen Leistungssprung. Benjamin Siegert zündete in der Rückrunde oftmals den Turbo und ist aufgrund seiner Unberechenbarkeit auf dem Platz immer eine Alternative.

Auf Links musste der Verein den Abgang von Dennis Grote verkraften. Dieser war mit 9 Toren und 13 Vorlagen bester Preuße der abgelaufenen Saison, wird sich jedoch nun dem MSV Duisburg anschließen. Der altbekannte Mehmet Kara oder der junge, neuverpflichtete Philipp Hoffmann, können diese Position spielen. Michael Holt hat nach seiner Rückkehr aus Velbert nur marginale Chancen auf in der kommenden Spielzeit auf dem Platz zu stehen. Ganz aufgegeben haben die Fans die Hoffnung nach einem Kracher auf dieser Position jedoch nicht, wenngleich zurzeit keinerlei Namen kursieren.

Unser Sturm

Marcel Reichwein (r.) spielt ab sofort für Preußen Münster (Foto: SCP)

Marcel Reichwein (r.) spielt ab sofort für Preußen Münster (Foto: SCP)

An vorderster Front, im Sturm, verließen der doppelte Pokalheld Matthew Taylor und Soufian Benyamina den Verein. Taylor wechselt nach Saarbrücken in die vierte Liga. Bei Benyamina hofften viele Fans auf eine Vertragsverlängerung nach dem sein Arbeitspapier bei Dynamo Dresden durch den Abstieg nichtig geworden war. Mit Anlaufschwierigkeiten aufgrund mangelnder Spielpraxis angekommen, entwickelte sich der Deutsch-Algerier immer besser, entschied sich jedoch dann „für eine neue Herausforderung“.

Doch wie der SCP seine Abgänge kompensierte kann sich durchaus sehen lassen. Mit Marcel Reichwein kam ein echt „Knipser“ an die Hammer Straße. Vor zwei Jahren Torschützenkönig der dritten Liga, mit Zweitligaerfahrung und mit 28 Jahren im besten Fußballeralter. Chapeau, die Herren Gockel und Loose. Und auch die zweite Verpflichtung liest sich hervorragend. Mit Abdenour Amachaibou konnte man bereits frühzeitig eine Woche nach Saisonende einen der begehrtesten Drittligaspieler an sich binden. Mit der Empfehlung von 11 Toren und 10 Vorlagen kam der 27-jährige aus Regensburg.

Publikumsliebling Rocky Krohne hat auch in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison bewiesen, dass er durchaus das Zeug hat, sich in der dritten Liga bei einem Spitzenverein durchzusetzen.

Fazit

Mit Kühne, Grote, Beyamina und mit Abstrichen Taylor verließen den Verein etliche Säulen der letzten Saison.

Doch bisher lesen sich die Neuverpflichtungen überraschend gut. Im letzten Jahr waren es mit Gaetano Manno und Marcus Piossek lediglich zwei Spieler, die aus der gleichen Liga verpflichtet worden waren. Der Rest kam aus der Regionalliga und man erhoffte sich den einen oder anderen Glücksgriff. Doch bis auf Julian Riedel und Rocky Krohne konnte sich niemand auch nur annähernd für längere Einsatzzeiten empfehlen.

In diesem Jahr also komplett anders. Nur ein Neuzugang aus der Regionalliga (Aulbach), zwei Spieler aus der dritten Liga (Amachaibou und Hoffmann) und sogar zwei weitere aus der zweiten Liga (Heitmeier und Reichwein) sprechen eine deutliche Sprache, dass in diesem Jahr mehr Wert auf Qualität, denn auf Quantität gelegt wird.

Ein weiterer, in der dritten Liga nicht zu unterschätzender Vorteil, ist nun, dass der SCP Spieler mit Lufthoheit in seinen Reihen hat. War es in den letzten Jahren oftmals so, dass man gefühlt nur 1 von 10 Kopfbällen in seine Reihen holte, sollte dies in der kommenden Saison komplett anders aussehen. Mit Dominik Schmidt, Simon Scherder und Marco Pischorn in der Verteidigung, Marc Heitmeier im Mittelfeld und Marcel Reichwein und Rocky Krohne hat man eine ganze Reihe an Spielern, die auf dem Platz mit ihrem Gardemaß zu einer zusätzlichen körperlichen Präsenz dazu beitragen.

Insofern möchte man beim SCP noch nicht soweit wie im letzten Jahr gehen und das Wort mit „A“ in den Mund nehmen, der Verein möchte eine Übergangssaison spielen und im nächsten Jahr dann noch einmal voll angreifen. Angesichts der Konkurrenz aus Dresden, Bielefeld, Osnabrück, Cottbus oder Wehen Wiesbaden liegt man da sicher auch nicht falsch mit. Allerdings dürfte klar werden, dass Spiele gegen den SCP für die Gegner äußerst unangenehm werden dürften und es durchaus möglich ist, schon mit diesem Kader eine gute Rolle zu spielen. Inwieweit es dann reicht, hängt davon ab, wie weit der Verein noch Geld für weitere Spieler investiert und ob Ralf Loose es schafft, die Spieler zu einer verschworenen Einheit zu formen. Dass dies oftmals der Schlüssel für Erfolgserlebnisse sein kann, hat schließlich erst vor kurzem eine füreinander kämpfende Truppe aus Darmstadt bei unseren Nachbarn aus Ostwestfalen bewiesen…


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2 Antworten

  1. Tolle Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse rund um unseren Verein. Ausdrückliches Lob an den Autor! :-)

  2. Reinhard sagt:

    Kann ich nur zustimmen! Wenn Grote geblieben wäre ist das Wort A.. Nicht nur eine Worthülse für 2015!

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