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Der DFB-Pokal: Historie, Veränderungen und Kritik

DFB Pokal - Historie, Veränderungen und Kritik
DFB Pokal - Historie, Veränderungen und Kritik

An diesem Wochenende startet der Deutsche Vereinspokal für alle qualifizierten Teams. In seiner Geschichte hat der Pokal viele Veränderungen und Überraschungen erlebt und sich in den letzten Jahren zum Exportschlager des deutschen Verbands entwickelt. In mehr als 200 Ländern wird die erste Runde von 30 Medienpartnern übertragen. Vier Spiele werden mit internationaler Grafik und englischem Kommentar im Ausland angeboten, darunter auch das Spiel unserer Preußen gegen die Bayern.

Historie des Pokals

1935 wurde der Pokal eingeführt, der 1. FC Nürnberg sicherte sich den Sieg gegen Schalke 04. Von 1944 bis 1952 fand aufgrund des Zweiten Weltkrieges und seinen Folgen kein Wettbewerb statt. Den ersten Pokal nach dem Krieg holte Rot-Weiß Essen 1953. Bayern München holte 1966 erstmals den Pokal, der erste von bisher 17 Titeln. Damit ist der Rekordmeister auch einsame Spitze im DFB-Pokal.

Seit 1985 findet das Finale immer im Olympiastadion in Berlin statt, in den Jahren zuvor wurde der Spielort kurzfristig entschieden. 1992 gewann mit Hannover 96 das erste mal ein Zweitligist den Titel, ein Jahr später schaffte es mit den Amateuren von Hertha BSC erstmals eine Zweitvertretung ins Finale.

Am häufigsten gewannen Bayern München (17) und Werder Bremen (6) den Pokal. Den höchsten Sieg in der DFB-Pokal Geschichte erlangten die Stuttgarter Kickers (17:0). Fortuna Düsseldorf stellt die bisher längste Siegesserie: Vom 4. August 1978 bis zum 28. Februar 1981, war man 18 Spiele in Folge ungeschlagen und gewann 1979 und 1980 den Titel.

Veränderungen

Immer wieder änderten sich bestimmte Dinge im Wettbewerb. Zunächst hieß der Pokal Tschammerpokal, an dem 1935 mehr als 4000 Mannschaften teilnahmen. Nach dem Anschluss Österreichs, an das Deutsche Reich im März 1938, wurden die österreichischen Vereine in Meisterschaft und Pokal in den deutschen Spielbetrieb eingeführt. So konnte Rapid Wien 1939 den Pokal gewinnen. 1943 wurde der Tschammerpokal letztmals an einen „Großdeutschen Fußballpokalsieger“ vergeben, die Wiener Vienna holte sich den letzten Tschammerpokal.

1953 wurde der Wettbewerb dann wieder ins Leben gerufen, nun als DFB-Vereinspokal. Mit Einführung der Bundesliga 1963 waren alle Bundesligisten automatisch qualifiziert, außerdem fand das Endspiel nun immer am Ende einer Saison statt. Diese Änderung wertete den Wettbewerb sehr auf, da so Finalspiele im tiefsten Winter vermieden wurden.

Mit der Einführung der zweigeteilten 2. Bundesliga in der Saison 1974/1975, wurde das Qualifikationssystem für die Teilnahme am DFB-Pokal geändert. Die Landesverbände waren fortan für die Ermittlung und Benennung der „Amateurteilnehmer“ über die Austragung eines Verbandspokals zuständig. Das Teilnehmerfeld wurde außerdem auf 128 Mannschaften aufgestockt. Mit der Saison 1991/1992 nahmen die ostdeutschen Vereine erstmals am DFB-Pokal teil. In der DDR war zuvor seit 1949 mit dem FDGB-Pokal ein eigener Pokalwettbewerb ausgespielt worden. Seit der Saison 2008/2009 dürfen keine Zweitvertretungen mehr am Wettbewerb teilnehmen.

Aktuelles System

Alle Mannschaften der ersten beiden Ligen, sowie die ersten vier aus der dritten Liga, sind automatisch für den Pokal qualifiziert. Dazu kommen die 21 Verbandspokalsieger, sowie drei weitere Amateurmannschaften aus den drei Landesverbänden, denen die meisten Herrenmannschaften angehören (Bayern, Westfalen und Niedersachsen).

Generell gilt: Amateurteams haben immer Heimrecht. In den ersten beiden Runden wird aus zwei Lostöpfen gelost: Im ersten Topf sind die Vereine des Lizenzfußballs enthalten, im zweiten die Amateurvertreter. Ab dem Achtelfinale wird nur noch aus einem Lostopf gezogen. Die zuerst gezogene Mannschaft hat Heimrecht, es sei denn als zweites wird ein Amateurteam gezogen.

Kritik am System

Am aktuellen System des Pokals könnte man einige Dinge verändern, um den Wettbewerb noch interessanter und spannender zu gestalten. Zum Beispiel sollte es keine Trennung in zwei Lostöpfe geben. So wäre ab der ersten Runde Spannung vorhanden, da auch Erstligisten aufeinander treffen könnten. Zudem hätte einig Amateurteams die Chance, mit etwas Losglück im Wettbewerb auch weiter zu kommen. Im aktuellen System gibt es wenige Überraschungen, da die Bundesligisten immer auf Amateure treffen.

Weiter sollte generell eingeführt werden, dass höherklassige Mannschaften immer auswärts antreten müssen. Ab dem Achtelfinale ist es möglich, dass Bayern München zu Hause gegen St. Pauli spielt. Das sollte man ändern. Der Zweitligist hätte vor heimischem Publikum mehr Chancen aufs Weiterkommen, das Spiel würde dadurch vielleicht noch spannender werden.

Eine weitere Überlegung wäre, die Teilnehmerzahl zu verdoppeln und somit eine weitere Runde auszuspielen. Mehr Mannschaften aus unteren Ligen würden teilnehmen und mehr Mannschaften würden Gelder kassieren. Bei vielen finanziellen Problemen, gerade in den Regionalligen, wäre die Teilnahme am Pokal ein Geldsegen, momentan können nur wenige Viertligisten am Wettbewerb teilnehmen.


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