//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js

Die Geschichte einer Rivalität

Preußen Münster - Arminia Bielefeld - Die Geschichte einer Rivalität
Preußen Münster - Arminia Bielefeld
Die Geschichte einer Rivalität

Am Sonntag ist es wieder soweit: Preußen Münster trifft auf Arminia Bielefeld. Ein traditionsreiches und geschichtsträchtiges Westfalenduell. Doch wie fing die Rivalität überhaupt an? Was geschah zwischen den Fanlagern beider Vereine? Und wie sieht die Rivalität heute aus?

Die Anfänge

1925 war es das Duell zwischen Münster und Bielefeld, welches das erste live im Radio übertragene Fußballspiel in Deutschland war. Bis in die späten Achtziger Jahre hatten Münster und Bielefeld dann eigentlich keine Berührungspunkte. Doch in der Saison 1988/1989 kam es zu ersten Aufeinandertreffen beider Teams. Bielefeld hatte zuvor jahrelang in den oberen zwei Ligen gespielt, stiegt aber eine Saison zuvor ab und wollte so zwingend wieder in die zweite Liga aufsteigen. Lange Zeit sah es auch so aus, als wenn das klappen würde – bis zum Duell gegen Münster. Am Ende stieg der SCP in die zweite Liga auf, Bielefeld blieb Drittklassig. Als die Preußen 1991 wieder in die dritte Liga abstiegen, begann die „Blütezeit“ der Rivalität. Bielefeld wollte immer noch aufsteigen, doch mehrere male hintereinander kam Münster im Frühjahr auf die Alm, um den Aufstieg kaputt zu machen. Bielefeld hatte einen neuen Feind. Die räumliche Nähe und die Zeit der Hooligans trugen dazu bei, dass es oft auch Duelle auf der Straße gab.

Lange Zeit kein „richtiges“ Duell mehr

Im Jahr 1995 gelang Bielefeld dann der Aufstieg in Liga zwei. Münster spielte bekanntlich seit 1991 nicht mehr im Profifußball, sodass sich von nun an die Wege trennten. Bielefeld kann auf Jahre in den oberen beiden Ligen zurückblicken, dem SCP blieb nur der Amateurfußball. Erst als die Preußen 2006 in die vierte Liga abstiegen, kam es wieder zu Spielen gegen Bielefeld. Leider aber nur gegen die Amateure der Arminia – bis heute sicherlich einer der bittersten Tatsachen in der Vereinsgeschichte des SCP (ich glaube nur Spiele gegen die Amateure von Rot-Weiß Ahlen waren noch schlimmer).

17 Jahre Durststrecke enden 2011

2011 stieg der SCP endlich wieder aus dem Niemandsland des deutschen Fußballs auf in die dritte Liga, gleichzeitig stieg Bielefeld, geplagt von finanziellen Problemen, in die dritte Liga ab. Seit 17 Jahren kam es also wieder zum Duell der beiden Mannschaften aus Westfalen. Die Bilanz in den Saisons 2011/2012 und 2012/2013 liest sich leicht positiv für den SCP: ein Sieg und drei Unentschieden gab es. Zwei der drei Unentschieden fühlten sich dabei wie ein Sieg an, auf der Alm konnte 2012 in der letzten Minute der Ausgleich erzielt werden und 2013 verschoss Bielefeld in der letzten Minute einen Elfmeter. Die letzte Saison verbrachte Bielefeld dann in der zweiten Liga, dank Darmstadt kommt es nun also wieder zum Aufeinandertreffen.

„Zaunfahnengeschichte“

Nach dem in den Neunzigern vornehmlich Hooligans die Rivalität am laufen hielten, waren es seit der 2003 gegründeten „Curva Monasteria“ die Ultras, welche versuchten, die Vorherrschaft in Westfalen zu erlangen. Hier kam es zu einigen Vorkommnissen, was die Zaunfahnen beider Fanlager angeht. Preußenfans entwendeten bei einem A-Jugend Spiel der Arminia in Nottuln die Zaunfahne der „Boys Bielefeld“. Diese pflegten eine Fanfreundschaft nach Leverkusen und so gelang eine weitere Zaunfahne nach Münster: Am letzten Spieltag der Saison 2005/2006, der SCP stieg an diesem Tag in die vierte Liga ab, spielten die Preußen in Leverkusen. Hier waren auch Bielefelder zu Gast und die „Bielefeld – Ultras Leverkusen“ Zaunfahne konnte entwendet werden.

In der Saison 2006/2007 wurden diese beiden Fahnen dann selbstverständlich gegen Bielefeld präsentiert und abgefackelt.

Bielefeld wollte das Ganze kontern und brach in den Container der „Curva“ ein. Dabei wurde die große Heimfahne der „Curva“ entwendet. Die „Local Crew“ schreibt dazu: „Da Rache bekanntlich süß ist, kam die große Heimfahne der Curva Monasteria nicht über dem saubersten Weg nach Bielefeld.“ Die Bezeichnung „ehrlos“ trifft es hier wohl etwas besser. Die Bielefelder Fanszene präsentierte die Fahne der „Curva“ dann auch auf der Alm. „Wer Wind sät, wird STURM ernten“ stand auf einem Spruchband, bei dem das Wort „STURM“ aus den Buchstaben der Fahne der „Curva Monasteria“ geschnitten war.

Vor gar nicht langer Zeit wurde dann bekannt, dass den Bielefeldern viele Zaunfahnen aus dem Fahnenlager im Stadion entwendet wurden. Wer für diesen Diebstahl verantwortlich ist, ist immer noch nicht bekannt. Bisher äußerten sich nur Dresden („Ihr habt eine Stunde Zeit euren Container wieder einzuräumen“) und Rostock („Auf der Alm da steht ne Kuh, macht den Container auf und zu!!“) per Spruchband zu Wort. Gerüchte, die Fahnen seien in Münster gelandet, gibt es momentan zuhauf. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass am Sonntag Fahnen der Bielefelder in der Ostkurve auftauchen werden (Stichwort „ehrlos“).

Rivalität Heute

Früher war das Duell gegen Bielefeld das klare Derby, beide Fanszenen waren verhasst. Heutzutage zählt für die jüngere Generation Preußenfans das Duell gegen Osnabrück als Derby Nr. 1. Der „Hass“ gegen Bielefeld wurde nie so richtig auf die nachfolgenden Generationen übertragen, da es einfach lange Zeit keine Spiele gegen die erste Mannschaft der Arminia gab.

Als es 2011 das erste richtige Duell gegen Bielefeld seit 17 Jahren gab, dachten viele, es würde richtig krachen. Passiert ist seitdem eigentlich nichts, mit Osnabrück ist in den letzten Jahren immer mehr los gewesen. Die Bielefelder Fanszene scheint das Ganze anders zu sehen. So schreibt die „Local Crew“:

„Prxn? Kein Gegner elektrisiert so die Bielefelder Fußballfreunde wie die Herren aus der Nähe von Telgte.“

Was soll man auch machen, wenn es in Ostwestfalen sonst nur noch Gütersloh und Paderborn gibt.

Links

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.