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Das Preußenstadion – Pro Umbau

Das Preußenstadion - Pro Umbau
Das Preußenstadion - Pro Umbau
Bild: Architektenbüro Landheer

Das altehrwürdige Preußenstadion hat nun beinahe 90 Jahre auf dem Buckel. Uwe Seeler kickte hier schon genauso wie die Preußenlegende Fiffi Gerritzen. Mit diesem Stadion wurde die erste und einzige Bundesligasaison bestritten. Und Generationen von Fans gingen in dieses Stadion. Doch der Zahn der Zeit nagte unweigerlich an diesem Stadion, welches schon lange nicht mehr zeitgemäß ist. Es ist marode und bröckelt an diversen Stellen. Eine gesamte Kurve muss seit Jahren geschlossen bleiben, die Stufen in den geöffneten Kurven sind schief und werden alljährlich während der Sommerpause mit Unkraut überwuchert. Mal ehrlich, wer hat schon Bock auf Stufen zu stehen bei denen man sich regelmäßig an Disteln und Brennnesseln sticht?

Neuer Bebauungsplan könnte Abhilfe schaffen

Dann kam die Nachricht, dass der Rat der Stadt Münster einen neuen Bebauungsplan erstellen wird. Endlich ein Lichtblick in Sachen Stadion. In kürzester Zeit geisterten in Internetforen Bilder und Ideen herum, wie ein neues Preußenstadion aussehen könnte. Auch Marco de Angelis äußerte sich zu Umbauplänen der in die Jahre gekommenen Antikarena. Doch konkretes ist bis jetzt noch nicht in Sicht und könnte auch noch ebenfalls dauern.

Die Vorteile eines neuen Stadions

Man hört gerade im Fußball viel von Traditionspflege und oftmals wird damit argumentiert, dass bei einem Neu- bzw. Umbau das Stadion ebendiese verliert. Doch warum eigentlich? Was ist daran so schlecht, wenn das Stadion lediglich auf einen modernen Standard gebracht wird? Gerade Stufen, ein Dach, die Kurven nah am Spielfeldrand? Wieso sollte ein Preußenstadion im modernen Gewand seine Tradition verlieren, nur weil es dann nicht mehr aussieht wie ein größerer Sportplatz eines Dorfvereines wie TSG Dülmen oder Union Lüdinghausen? Die Tradition wird weiter leben in den Köpfen und den Biographien jedes einzelnen Fans, der ins Stadion geht. Diese Fans werden ohnehin immer da sein, egal ob das Stadion jetzt neu oder alt ist. Es geht vielmehr darum, auch einmal neue Menschen anzulocken und dies wird eher funktionieren in einem neuen, komfortableren Stadion.

Ich kann mich noch gut an meine letzten Hoppingtouren nach Gladbach oder Duisburg erinnern. Dort stehen hochmoderne Stadien. Sobald man die Stufen zu den Tribünen erreicht, fährt mir jedes Mal ein Schauer über den Rücken, beeindruckt von der Atmosphäre. Der Duft des Rasens, der in Flutlicht getaucht ist. Von den Rängen schallt es hernieder und wirft einen fast um. Diese Akustik ist natürlich zum Einen dessen geschuldet, dass dort wesentlich mehr Zuschauer hin finden, doch zum Anderen auch wegen des Daches, das die Akustik und die Stimmen mit einer immensen Wucht auf die Mitte des Stadions wirft.

Als man sich dann auf seinen Platz begeben hat, direkt in der ersten Reihe und man jeden einzelnen Grashalm und jeden Schweißtropfen genau erkannte, der auf den Gesichtern der Spieler zu sehen war, konnte es los gehen. Der Komfort und die Übersicht eines Platzes direkt am Spielfeldrand sind einfach nicht von der Hand zu weisen. Wieso sollte das nicht auch in Münster möglich sein? Wieso muss die Kurve gefühlte 20 Meter vom Spielfeld entfernt sein? Das tut weder der Akustik gut noch dem Erlebnis des Spieles an sich.

Abgesehen davon, kostet das ewige  Flickschustern den Verein und der Stadt Unmengen an Geld jedes Jahr. Für das Geld, was in Instandhaltung investiert wurde, hätte man mindestens eine oder gleich mehrere neue Tribünen mit Dach und Schallschutz installieren können. Das Stadion so wie es momentan ist, ist ein Fass ohne Boden, dann lieber einmal Geld in die Hand nehmen und damit dieser Geldverschwendung ein Ende setzen. Im Gegenteil, durch die Mietzahlungen des Vereins und durch neue Fans kann die Stadt sogar in Form von Steuern und natürlich den Mietzahlungen Geld gewinnen, denn ständig Geld in ihre eigene Immobilie investieren zu müssen.

Auch nicht außer Acht zu lassen ist, dass durch eine bauliche Maßnahme der vorher schon erwähnte Schallschutz endlich installiert werden kann. Dadurch ist es für die Anwohner, die in direkter Nachbarschaft zum Stadion wohnen an Spieltagen nicht mehr so laut und diese können sich dadurch besser mit der Situationen an Heimspielen arrangieren. Denn einhergehend mit einem Stadionumbau würde auch die Parkplatzsituation wesentlich verbessert werden können. Endlich Parkplätze für Heimfans und nicht nur für unsere Gäste. Die Anwohner können außerhalb von Spieltagen ebenfalls dort parken, was eine sichtliche Verbesserung der Parkplatzsituation im Berg Fidel mit sich brächte. Ganz zu schweigen von einer Aufwertung der anliegenden Grundstücke.

Ein weiterer Punkt der den ausgebauten Komfort anspricht ist die Toilettensituation sowie das Catering. Man kann mittlerweile kaum noch von menschenwürdigen Zuständen sprechen. Die geringe Anzahl der Toiletten in der Ostkurve sind eine Zumutung, sobald das Stadion einmal mehr als 10.000 Menschen beherbergt. Man steht überall in Urin und nach kurzer Zeit gibt es nicht einmal mehr Trockentücher. Ein Stadionumbau würde ebenfalls diese Situation entschärfen können und sei es auch nur durch die Anbringung einer „Pinkelrinne“.

Das Catering im Stadion könnte ebenfalls besser ausgebaut werden. Anstatt sich damit zu begnügen, dass man Getränke wie auf einem Dorffest im Herbst an einem dieser „Kirmesstände“ kauft, könnte nun ein Raum in der Tribüne selber dafür herhalten. Dies und die Anbringung von Trennschleusen würde es zum einem fairer machen an sein Getränk zu kommen aber auch schneller. Dasselbe gilt für das Essen. Anstatt auf Vorrat Würste und dergleichen en masse vorzubereiten und dann notgedrungen mit einer Rotlichtlampe warmhalten zu müssen wäre es nun möglich die Hungernden schneller zu bedienen. Leider klappt das Prinzip ohne solche Trennschleusen nur rudimentär, da immer einige Leute sich vordrängeln. Mit einem Umbau könnte dieses Problem schnell und einfach zu beheben.

Zusammenfassend sind die auffälligsten Vorteile eines neuen Stadions also:

  • Die deutlich verbesserte Akustik durch das Anbringen von Dächern.
  • Das Spielerlebnis durch das Heranziehen der Kurven.
  • Das Anlocken potentiell neuer Fans.
  • Die Tilgung des Schandfleckes genannt „Westkurve“.
  • Verbesserung des Schallschutzes.
  • Verbesserung der Parkplatzsituation für Heimfans und Anwohner.
  • Beendigung der dauernden Instandhaltungszahlungen.
  • Neue Steuereinnahmen für die Stadt.
  • Toiletten- und Cateringsituation werden drastisch verbessert.

Nicht immer nur drüber reden sondern machen!

Wieso sollte man sich deshalb einem Umbau unserer alten Dame verschließen? Wieso sollte man auf ewige Zeiten an einem betagten Stadion festhalten, das schon nicht mehr zeitgemäß war als meine Eltern geboren wurden? Es ist richtig einige Traditionen zu erhalten und diese weiterzugeben aber dafür braucht man kein Stadion, das schon fast unter Denkmalschutz gestellt werden könnte und sollte das geschehen, kann man erst recht nichts mehr an dem Teil bauen und jegliche Renovierung muss vorher abgestimmt werden mit dem Denkmalschutz. Das kann wohl niemand wirklich wollen.

Ich wünsche mir ein Stadion, das zeitgemäß ist. Mit einer vernünftigen Atmosphäre, die durch einen Stadionumbau unterstützt werden kann und ich möchte nicht jeden Sommer erst einmal Unkraut rupfen müssen, damit meine Beine von Disteln und Brennnesseln verschont bleiben.

Jetzt liegt der Ball jedoch zunächst bei den Verantwortlichen im Verein und in der Politik. Meine sehr geehrten Damen und Herren: Nicht nur reden sondern machen! Ein mittelmäßig akzeptables Stadion ist nicht akzeptabel und kostet früher oder später Fans und Ansehen!

Time to say goodbye

Auch wenn es so klingen mag, als würde ich unser Stadion regelrecht hassen. Nein so ist es ganz und gar nicht. Ich habe viele Erinnerungen an diese alte Schüssel, sowohl positive als auch negative. Aber die Erinnerung stirbt nicht, nur weil man ein zeitgemäßes Stadion baut. Der Charakter und die Atmosphäre werden von den Fans auf den Rängen getragen und das Stadion hilft lediglich dieses besser zu transportieren.

Also ist es Zeit sich der Zukunft zu öffnen und „Hallo“ zu etwas Neuem zu sagen und „Auf Wiedersehen“ zu etwas Altem, was aber immer in Erinnerung bleiben wird als das „Preußenstadion“.


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2 Antworten

  1. Dirk sagt:

    Hallo ich habe erst seit dieser Saison eine Dauerkarte aber ich finde es richtig das die Fans so nah wie möglich am Spielfeld sein sollten. Das wäre eine super Sache

  2. Gerd Oberbeck sagt:

    Für eine Großstadt wie Münster ist es geradezu eine Schande, nur ein veraltetes Fußball-Stadion vorweisen zu können. Seit 1956 besuche ich die Heimspiele der Preußen, bis auf die Sitzplatztribüne hat sich doch optisch nichts in der Zeit verändern. Sieht man sich die Bilder bei Fernsehübertragungen an, so fällt doch auch einem Nichtkenner des Stadions auf,
    das die Nordkurve fast ausgeblendet wird. Was müssen die Gästefans denken über diesen ruinösen Zustand? Ist die Stadt Münster wirklich so arm, dass Sie nur diese Stadion-Ruine leisten kann, oder haben andere Kulturstätte immer noch Priorität. Dem jetzigen Vorstand der Preußen sei anzuraten, mit der Stadt Münster ernsthafter zu verhandeln, einem Um- bzw. Ausbau des Stadion am vorhandenen Ort für eine Kapazität von 20.000 Besuchern zu erreichen. Die Größe wäre m.E. ausreichend, selbst Vereine in der 1. Bundesliga haben keine größeren Stadien, die auch nicht immer voll auslastet sind.
    Gerd 8. Juni 2016

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