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Neues Bezahlsystem in Planung – der „Preußendeckel”

Bald ein neues Bezahlsystem? - Der „Preußendeckel"
Bald ein neues Bezahlsystem? - Der „Preußendeckel"

Uiuiui… da kommt wohl wieder etwas auf den Preußen-Fan zu. Wie auf dem gestrigen öffentlichen Treffen vom Fanprojekt verkündet, arbeitet der Caterer „Getränke Bröker Eventservice” bei Preußen Münster an einem elektronischen Bezahlsystem. Projektname: „Preußendeckel“. Dabei handelt es sich natürlich nicht um einen Standard-Deckel, wo der Kower schön mit dem Kuli Striche pro Bier markiert, sondern um eine Karte, mit der der Fan dann bargeldlos an jedem Stand bezahlen kann. Vorab muss natürlich eine Karte besorgt und an einem Automaten aufgeladen werden. Wer bis hier hin noch immer nicht weiß, was wir meinen, dem sei die Infoseite bei Schalke 04 über deren Knappenkarte mit der Währung „Knappen” ans Herz gelegt. Im Übrigen waren es die Schalker, die als erster deutscher Verein überhaupt ein bargeldloses Bezahlsystem 2001 im Stadion eingeführt haben.

Doch warum soll dieses System beim SCP eingeführt werden?

Laut den Informationen vom gestrigen Treffen, fehlen dem Caterer immer wieder Geldbeträge in der Kasse. Doch hier kommt schon die erste Frage auf. Warum soll dann der Preußen-Fan, in einem Stadion mit schlechter Infrastruktur, diese Suppe mit auslöffeln? Wenn es Probleme mit der Vertraulichkeit der Mitarbeiter gibt, dann interessiert mich dies als Fan ehrlich gesagt nicht. Ich möchte meine Wurst/Pommes und/oder ein Bier.

Gut möglich, dass der Preußendeckel den Bezahlvorgang (etwas) beschleunigt, dennoch müssen auch in Stadien mit bargeldlosen Bezahlsystemen, die Karten auf die Tresen gelegt und die Beträge eingebongt und abgezogen werden. Eine wirkliche zeitliche Ersparnis, die immer wieder erwähnt wird, besteht nicht wirklich. Denn zu der eigentlichen Zeit am Stand, kommen noch Wartezeiten beim Aufladen und/oder der Rückerstattung von Guthaben auf der Karte dazu, welche man im Moment nicht hat. Zudem bleibt die Frage, wie man die Bezahlung auf einem Bierwagen etablieren möchte.

Es sei denn…

und das glaube ich nicht, dass hier die Systeme von Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg, Ingolstadt oder Mainz 05 kopiert werden. Alle vier Vereine bieten ihren Fans Karten an, die eine Geldkarten- oder Girogo-Funktion haben. Damit funk­tioniert die Karte auch außer­halb des Stadions. Eine weitere Erleichterung aus Sicht der Fans: In den Stadien der genannten Vereine kann somit nicht nur mit der Stadionkarte bezahlt werden, sondern auch mit der normalen Girocard und deren Geldkartenchip. Den können die mobilen Mitarbeiter in diesen Stadien sogar wieder aufladen.

Besuch im Preußenstadion wird immer unattraktiver

Ok, der Depp (dazu zähle ich mich auch ;-) ), der so oder so immer ins Stadion kommt, wird auch weiterhin kommen. Doch was ist mit Spontan-Besuchern? Diese müssen zunächst an die Tages-Kasse, wo die erste Warteschlange zu erwarten ist. Anschließend geht es in die Schlange am Einlass. Da der Spontan-Besucher wohl noch keinen Preußendeckel hat, muss er sich diesen auch noch irgendwo besorgen (es sei denn, diese wird mit der Tageskarte ausgegeben). Wenn keine Kohle drauf ist – zack in die nächste Schlange und das Ding aufladen. Danach geht es weiter zum Imbiss- oder Bierstand, wo man sich – oh Wunder – in die nächste Schlange einreihen darf. In Münster kannste das aber auch machen, denn wir warten gerne. Beispielsweise seit fast 27. Jahren auf die 2. Liga ;)

Zum Schluss muss man sich dann nur noch zu einer der wenigen Rückgabestationen begeben und sich den Betrag auszahlen lassen. Dieses Geld selbst wird oft nicht abgeholt und vom Verein oder Caterer eingesteckt. Der sogenannte Schlummergroschen vermag pro Person vielleicht gering sein, dennoch macht auch Kleinvieh ordentlich Mist! Das diese Systeme oft auch mit Wirtschaftlichen Interessen verbunden sind beweist ein Artikel bei Test.de. Test.de fragte bei den Bundesligisten nach, wie sich der Umsatz entwickelt habe. Viele Vereine schwiegen. Aus Bremen, Dort­mund und Wolfs­burg kam zumindest die Antwort, dass sich der Umsatz „positiv entwickelt habe”. Nur Bayer Leverkusen wurde konkreter: „Der Umsatz pro Stadion­besucher hat sich seit Einführung der Karte nahezu verdoppelt.“

Preußendeckel wird nicht punkten können

Okay, es ist nur eine Vermutung. Dennoch gehe ich stark davon aus, dass der Preußendeckel fast nur negativ von den Besuchern des Preußenstadions aufgenommen werden würde. In Münster passt kein modernes Bezahlsystem zu einem alten Stadion. Weiter wird es viel Kritik geben, wenn die Einführung nur daraus resultiert, dass dem Caterer Geld in der Kasse fehlt.

Im Übrigen…

haben der VfB Stuttgart und der 1. FC Köln ihre Bezahlkarten zur Saison 2014/2015 wieder abgeschafft. In Hamburg, Darmstadt und Gladbach kann man nur mit Bargeld bezahlen. Gladbach selbst hatte die Bezahlkarte, nach einer Fanumfrage, niemals eingeführt. Eine Fanumfrage – vielleicht ein Modell für den SCP?

Positivmeldung zum Abschluss

Bezüglich der Becher, sind Hartplastik-Becher kein Thema, da die Infrastruktur mit Wasser ein Problem darstellt. Mein Vorschlag, die Becher dann zentral an einem Ort zu spülen und dann wieder an die Stände zu verteilen, wurde leider nicht mehr beantwortet. Dennoch wird es irgendwann neue und stabilere Becher geben. Diese werden kommen, sobald der Restbestand der momentan genutzten Becher aufgebraucht sein wird. Die Größe von 0,5 Liter wird bleiben.


Mehr Infos zu Bezahlkarten im Fußball:

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