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Kommentar: Trainingsauftakt > EM

Trainingsauftakt Preußen Münster 2015/2016
Der Trainingsauftakt im vergangenen Jahr. Dieses mal fällt er auf das magische Datum des 19.06.

Heute Abend um 21 Uhr wird in Frankreich das EM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Frankreich und Rumänien angepfiffen. In der Sommerpause mit Sicherheit eine willkommene Abwechslung, doch lang ersehnt beziehungsweise voller Euphorie? Mitnichten.

Alles in schwarz-rot-gold

Es ist unübersehbar: Es ist wieder Länderspielzeit. Die Supermärkte, die Getränkeläden oder auch gesamte Einkaufszentren, alle sind voll mit Deutschland Fanartikeln. Die Irokesenperücke in Deutschland Farben ist mittlerweile überall bekannt. Auch Glückskekse in Deutschlandfarben oder ein anklebbarer Schnäuzer in schwarz-rot-gold sind im Vorfeld einer EM (oder wahlweise WM) käuflich zu erwerben. Alle zwei Jahre freuen sich die Hersteller solcher Fanartikel einen Ast ab und machen im Sommer einen Riesenabsatz. Schlimmer sind nur noch Leute, die diesen Blödsinn unterstützen. Das klassische Fanoutfit besteht für mich persönlich aus einem Fanschal und einem vereins- oder landeszugehörigen Trikot oder wahlweise T-Shirt. Mehr muss nicht sein und wirkt doch stark aufgesetzt. Aus subjektiven Beobachtungen ist es zudem oftmals so, dass inbesondere solche Leute diese Fanartikel tragen, die sich in der Zwischenzeit seit 2014 mit Sicherheit kein einziges Spiel der Nationalmannschaft angeschaut haben. Wenn diese Leute dann von Stadiongängern beim Public Viewing fordern “doch mal richtig Stimmung zu machen” stoßen endgültig zwei Kulturen aufeinander.

Eventie versus Fußballfan

Auch beim SC Preußen kommen bei den “großen” Spielen wie den Partien gegen Bayern, Bremen oder damals Mönchengladbach II viele Eventfans, die man vorher noch nie im Stadion oder im Block gesehen hat. Das ist unumgänglich und auch überhaupt nicht schlimm. Bei einem internationalen Turnier nimmt dies aber weitaus drastischere Züge an. Auf einmal erklären einem selbsternannte Experten einem das komplette Spiel, dass man so liebt und mit Sicherheit mehr verfolgt hat, als der Gegenüber. Der Graph der Anzahl von Fußballexperten zwischen Mai und August dürfte in etwa folgendermaßen aussehen: Λ Das alles soll jetzt nicht zu polemisch klingen und auch keine “Abrechnung” mit unserer Nationalmannschaft. Ich persönlich fiebere auch mit der Nationalmannschaft mit und wünsche mir, dass sie als Europameister zurückkehrt.

Es ist aber einfach schade, was aus Länderspielen geworden ist. Ich sehe mir die Qualifikationsspiele soweit irgendwie möglich an. Aber auch nur, weil ich bekloppt bin und fast jedes Spiel, was irgendwo übertragen wird, versuche zu schauen. Als Koten war es noch ein Highlight Spielern wie Lothar Matthäus, Oliver Bierhoff oder Thomas Häßler beim Flemmen zuzuschauen. Dass dieser Reiz auch bei anderen verflogen ist, hat der DFB sich auch in gewisser Weise selbst zuzuschreiben. Mit Tickets über einen Fanclub, der von einem amerikanischen Brausehersteller gesponsort wird, mit einem #vivelamannschaft”, entfernt man sich immer weiter von der Basis des Fußballs. Die Erzeugung eines künstlichen Events erzeugt zumindest bei Fußballtraditionalisten, wozu ich mich durchaus zählen würde, für immer mehr Unlust. Die Lust auf das eigentlich wichtige: den Fußball in Frankreich. Vier Wochen Spitzenfußball am laufenden Band sind klasse – ersetzen aber jedoch nicht den Stadiongang beim eigenen Verein.

19.06 -> Trainingsauftakt

Es mag vielleicht ein wenig übertrieben klingen, aber ich freue mich mehr auf den Trainingsauftakt am magischen Datum des 19.06. als auf das erste Spiel der deutschen Mannschaft am Sonntag. Auch wenn dort kein Spiel stattfinden wird, erzeugt es bei mir eine größere Vorfreude zum altehrwürdigen Preußenstadion zu fahren und dort mit Bekannten und Freunden über den neuen Kader und die kommende Saison zu fachsimpeln, als mir von kreischenden Teenies beim Public Viewing anhören zu dürfen wie süß doch Mats Hummels aussieht. Es mag auch der persönliche Bezug sein, der dem Ganzen zumindest subjektiv mehr Bedeutung verleiht. Der SCP spielt nun einmal “nur” in der 3. Liga. Das mag (hoffentlich) noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, aber insbesondere das familiäre Umfeld und die Nähe zu Akteuren oder auch anderen Mitarbeitern des Vereins macht einen besonderen Reiz aus. Während man mit Preußen-Präsident auch als Fan mal das ein oder andere Wort wechseln kann, wird dies mit dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel kaum möglich sein. Wenn Mehmet Kara sich nach dem Training noch ein wenig Zeit nimmt, um mit den Anhängern zu plaudern, geben die Nationalspieler nach einem Training noch Interviews in der Mixed Zone und sind so unnahbar wie Alice Schwarzer für Männer. Es fehlt schlicht und ergreifend der persönliche Bezug. Ich persönliche messe dem 06.05.2011 auch eine höhere Bedeutung bei, als dem 13.07.2014. In seiner allgemeinen Bedeutung und auch für die Öffentlichkeit mag der vierte WM Titel höher anzusiedeln sein, aber ich hatte 2011 beim Aufstieg mehr Glücksgefühle als 2014.

Auf in die neue Saison

Insofern mag die EM eine willkommene Überbrückung der Sommerpause sein, in der sich unsere Adlerträger erholen und die Akkus neu aufladen. Doch die wirkliche Nervosität steigt erst wieder mit Saisonbeginn. Wenn alle Eventfans auf einmal wieder “keine Zeit” mehr zum Fußball gucken haben. Wenn die 3. Liga in ihre neunte Saison startet und der SCP dabei hoffentlich eine tragende Rolle im Kampf um die oberen Tabellenplätze spielt. Wenn der Fußball einfach wieder im Mittelpunkt steht. Wenn es wieder heißt:

NUR DER SCP!


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