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Chris Philipps im Interview: ” Würde mir auf jeden Fall Gedanken machen.”

2016/2017 Interview mit Chris Philipps

Chris Philipps trug lediglich eine Saison als Leihgabe des FC Metz das Trikot des SC Preußen Münster. Dennoch ist er vielen Adlerträgern sportlich, als auch durch seine stets offene Art, positiv in Erinnerung geblieben. Im Interview spricht er bei uns über sein Jahr bei den Preußen, die luxemburgische Nationalmannschaft und seine Freundschaft zu Stephane Tritz.

Preußenforum: Hallo Chris, danke, dass Du dir die Zeit für uns nimmst. Wo erreichen wir dich gerade?

Chris Philipps: Ich bin momentan noch zu Hause, wir haben morgen noch ein Spiel und treffen uns immer erst am Spieltag selber, um gemeinsam zu essen und ins Hotel zu fahren. Ich persönlich finde das sehr angenehm, da man in der Nacht vor dem Spiel am besten im eigenen Bett schläft.

Preußenforum: Nach deiner Leihe zum SC Preußen bist Du zurück zu deinem Jugendverein FC Metz gekehrt. Dort durftest Du bislang lediglich zweimal im Pokal über 165 Minuten und in der Liga einmal über 90 Minuten spielen. Wie lautet dein persönliches Fazit nach der Hinrunde?

Chris Philipps: Ich denke für mich persönlich ist Spielpraxis in meinem Alter sehr wichtig. Was das betrifft bin ich natürlich nicht zufrieden. Ich denke auch, dass ich, wenn ich spielen durfte, passable Leistungen gezeigt habe und bin deswegen enttäuscht, dass ich nicht noch öfter auf dem Platz stehen durfte.

Preußenforum: Bei eurer 0:1-Niederlage in Marseille durftest Du durchspielen, laut www.whoscored.com bekamst Du die drittbeste Bewertung in deiner Mannschaft. Warum hat es trotzdem nicht für weitere Einsätze gereicht?

Chris Philipps: Wir sind aufgestiegen, daher ist der Trainer zu Beginn der Saison kein Risiko in seiner Aufstellung eingegangen. Es wurden einige erfahrene Spieler geholt, die auch schon viele Einsätze in der ersten französischen Liga vorzuweisen haben, und die hatten nun einmal Vorrang was die Plätze in der Startelf betrifft. Andere waren beispielsweise im letzten Jahr schon da und der Trainer hat dann auch auf diese Spieler gebaut, da er diese schon länger kannte. Ich bin erst im Sommer zurück zur Mannschaft gekommen und meine Situation war nicht 100%ig klar, ob ich dem Verein erhalten bleibe oder noch einmal ausgeliehen werde. Nach einer guten Vorbereitung wollte der Trainer mich dann auch behalten. Mit meinen Trainingsleistungen ist er auch zufrieden, nur bin ich mir auch bewusst, dass der Trainer der Erste ist, der die Konsequenzen zu spüren bekommt, wenn es mal nicht läuft. Insofern ist es aus seiner Sicht nachvollziehbar, dass er die erfahrenen Spieler vorzieht.

Preußenforum: Für viele warst Du in Deutschland ein unbeschriebenes Blatt als Du 2015 vom FC Metz nach Münster kamst. Wie kam der Kontakt zum SCP überhaupt zu Stande?

Chris Philipps: Mein Berater kennt Ralf Loose sehr gut, auch schon aus seiner Zeit bei Dynamo Dresden. Er wusste, dass ich auf Vereinssuche bin, weil man mir in Metz mitgeteilt hat, dass man in der vergangenen Saison nicht mit mir planen würde. So ist der erste Kontakt zu Stande gekommen und dann ging alles auch relativ schnell. Deutschland war ohnehin immer eins meiner Ziele und als sich die Möglichkeit geboten hat, für Münster zu spielen war ich direkt Feuer und Flamme. Ich wusste, dass die 3. Liga ein gutes Niveau hat und dann wollte ich diesen Schritt auch machen. Metz hätte mich anfangs lieber nach Frankreich ausgeliehen, um meine Entwicklung besser zu verfolgen, aber letztendlich war es auch für sie kein Problem und somit war mein Wechsel zum SC Preußen schnell klar.

Preußenforum: Bei Ralf Loose bist Du jedoch zwischen Startelf und Bank gependelt, bei Horst Steffen gelang dir der Durchbruch und Du warst Stammkraft. Was hat genau dazu geführt?

Chris Philipps: Anfangs habe ich nur Innenverteidigung gespielt und dort hat Ralf Loose mich auch eingeplant. Die ersten beiden Spiele habe ich dann auch von Anfang an bestritten, wurde dann leider in Stuttgart für eine angebliche Notbremse vom Platz gestellt. Der Nachteil der 3. Liga war damals, dass in den Länderspielpausen noch weitergespielt wurde und nachdem ich meine Sperre abgesessen habe, bin ich zur Nationalmannschaft gereist. Marco Pischorn hat dann für mich gespielt und in dieser Zeit, sowie auch die gesamte Saison, seine Sache sehr gut gemacht. Dann habe ich noch einmal in Cottbus gespielt, als wir kaum noch Mittelfeldspieler zur Verfügung hatten und einmal gegen Wehen, als Marc Heitmeier kurzfristig ausgefallen ist. Das waren dann meine Spiele, abgesehen von ein paar Einwechslungen in der Endphase. Das war enorm enttäuschend für mich, eine Leihe sollte dem Spieler auch etwas bringen und so gesehen war ich mit meiner Spielzeit nicht zufrieden.

Mit Horst Steffen hat sich prompt alles geändert. Natürlich hat man die Hoffnung, dass es mit einem neuen Trainer alles besser läuft und die Chemie stimmt. Dort hat es sich dann im Trainingslager im Januar so abgezeichnet, dass  ich wohl die ersten Spiele unter ihm bestreiten würde und mit dem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf (2:0 Anm. d. Red.) in der Vorbereitung habe ich dann meine Position noch mal gefestigt. Dann haben wir in Erfurt und in Mainz die ersten beiden Ligaspiele gewonnen und so war ich dann drin und bin es dann auch bis zum Schluss geblieben.

Preußenforum: Besser läuft es für dich in der Nationalmannschaft, wo Du unumstrittener Stammspieler bist. Wie lauten dort deine Ziele für die kommenden Aufgaben?

Chris Philipps: Aufgrund meiner Länderspielanzahl und Erfahrung muss ich nun auch in eine neue Rolle hineinwachsen. Wir haben eine sehr, sehr junge Mannschaft, mit meinem Mitspieler vom FC Metz, Vincent Thill, jemanden dabei, der schon sechs Jahre jünger ist, als ich. Ich will mehr Verantwortung übernehmen, das erwartet der Trainer dort auch von mir. Bei uns trainieren manche Spieler leider noch auf Amateurniveau, insofern ist es wichtig, dass die Profis, auch wenn ich dieses Wort nicht mag, Verantwortung übernehmen und die Mannschaft nach vorne treiben. Wenn man sich die Entwicklung der luxemburgischen Nationalmannschaft so anschaut, sieht man, dass die Ergebnisse auch langsam besser werden.

Preußenforum: Im Spiel gegen Holland vor ein paar Wochen konntet ihr den großen Favoriten ja zwischenzeitlich sogar ein wenig ärgern…

Chris Philipps: Das ist genau das, was ich meinte. Wir hatten früher oftmals Spiele, die wir mit 4 oder 5:0 verloren haben vor einigen Jahren, wo wir keinerlei Torchance hatten. Mittlerweile schießen wir nahezu in jedem Spiel ein Tor. Wir haben 4:3 in Bulgarien verloren, ein 1:1 gegen Weißrussland geholt und gegen Holland stand es zur Halbzeit 1:1. Ich denke schon, dass dort eine positive Entwicklung zu sehen ist. Wir werden mit Sicherheit nie eine große Fußballnation sein, aber man kann in den kommenden Jahren noch einiges von uns erwarten.

Preußenforum: Zurück zum SCP: Was verbindest Du mit deiner Zeit in Münster und welches Ereignis ist dir persönlich besonders in Erinnerung geblieben?

Chris Philipps: Für mich war es auch auf persönlicher Basis ein gutes Jahr. Irgendwann muss man auch mal aus der Komfortzone heraustreten. Von Metz aus habe ich jeden Tag die Gelegenheit nach Luxemburg nach Hause zu fahren innerhalb von anderthalb Stunden. Ich bin ein sehr familiärer Mensch und brauche das auch, in Münster war es weniger und das hat mich auch als Mensch reifen lassen. Sportlich lief es dann individuell in der Rückrunde auch nicht schlecht und somit denke ich, dass ich in Münster mehr als Mensch, als als Fußballer gewachsen bin.

Der Abschied war ein prägendes Ereignis und auch relativ schwer, da ich mich mit den Jungs in der Kabine gut verstanden habe. Ich hoffe man hat auch gesehen, dass ich mit Herz und Leidenschaft dabei war und insofern tat es mir dann auch Leid, dass ich den Verein verlassen musste.

Preußenforum: Du hast es eben erwähnt, Du hattest zu deinen Mitspielern einen guten Draht. Während seiner Verletzung trainierte Stephane Tritz in deinem Trikot für sein Comeback. Zu welchen Spielern des SCP pflegst Du bis heute noch Kontakt?

Chris Philipps: Stephane Tritz ist für mich das Jahr über ein sehr enger Freund geworden. Er ist Franzose und somit war es für uns gemeinsam sprachlich einfacher, auch wenn mein Deutsch nicht so schlecht ist, hat es ihm dann auch geholfen.  Wir haben auch privat viel unternommen in meiner Zeit bei den Preußen. Auch zu Elie Laprevotte (heute als Neuzugang beim 1. FC Magdeburg vorgestellt, Anm. d. Red.) habe ich noch einen guten Draht, auch wenn er ebenfalls nicht mehr in Münster spielt. Ab und zu habe ich noch Kontakt zu Adriano Grimaldi und Özkara, die ebenfalls super Typen sind. Man kann im Fußball nicht mit jedem in Kontakt bleiben und verliert sich irgendwann dann auch aus den Augen.

Preußenforum: Zuletzt wurde Benno Möhlmann auf dich angesprochen, da ein Spieler gesucht wird, der sowohl in der Innenverteidigung, als auch auf der Sechserposition spielen kann. Das ist quasi genau deine Positionsbeschreibung. Gab es bereits erste Kontakte?

Chris Philipps: Also ich persönlich weiß von nix, falls mein Berater etwas gehört hat, bin ich nicht drüber informiert worden. So gesehen habe ich mich mit dem Thema auch nicht befasst, nein.

Weiter auf Seite 2: Chris Philipps im Interview: ” Würde mir auf jeden Fall Gedanken machen.”


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