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Hopping mit der Wersestadt #1

In der Fremde - Hoppingtouren vom PreußenForum
Hoppingtouren vom PreußenForum

Hallo liebe Freunde des Groundhoppings. Heute haben wir den ersten Teil eines Dreiteilers für euch. Da ein Freund und ich einen neuen Ground ausprobieren wollten in der Regionalliga, verschlug es uns in unsere Nachbarstadt nach Ahlen. Bei deren Vergangenheit in der zweiten Liga musste sich die “Fußballbegeisterung” doch irgendwie gerettet haben, oder?

Rot Weiss Ahlen – Bonner SC 1:1 (0:0)

Warum wir uns gerade dieses Spiel ausgesucht haben, weiß ich nicht mehr. Der Bonner SC versprach zumindest rein vom Namen her irgendwas mitzubringen an Fans, das war wohl eine falsche Information unsererseits. Wir machten uns früh mit dem Zug auf den Weg von Münster nach Ahlen und fuhren durch schöne Städte wie Mersch oder Hamm und stimmten uns auf das Spiel ein. Ein paar letzte Infos über Fanszenen und Stadt wurden ausgetauscht und ich war gespannt darauf, diese Infos zu überprüfen. Am Bahnhof in Ahlen angekommen merkten wir, dass wir keine Ahnung hatten, wo der Weg zum Stadion überhaupt langführt. Als Kind der Neuzeit zückten wir wagemutig unsere Smartphones und Google wusste dann den Weg. Auf dem Weg Richtung Stadion war das Erste, das uns aufgefallen war ein kleiner russischer Supermarkt. Dort gibt es Samstags anscheinend eine Zusammenkunft von Menschen, es wird gegrillt und getrunken. Schöne Sache, wenn wir nicht unter Zeitdruck gewesen wären, hätte ich mir garantiert einen Schaschlikspieß gegönnt. Naja, dann ein andermal. Weiter durch Wohngebiete und dann sah man sie. Den reißenden Strom, auf den die Ahlener so stolz sind und der Namensgeber für das Ahlener Stadion ist: Die Werse. Wie gesagt, ein reißender Strom mit einer unglaublichen Tiefe von geschätzt 15 cm und einer Horde Enten, die uns vermutlich quakend eine Warnung zukommen lassen wollten. Naja, weiter dem Verlauf der Werse gefolgt bis wir zum Stadion kamen. Auffällig dort war, dass der Gästeeingang direkt neben dem Eingang für Heimfans steht. Fantrennung ist da wohl nicht von Nöten. Als wir dann die paar Bonner Fans sahen, war klar dass das die nicht vorhandene Fantrennung schon okay ist. Ein paar Polizisten waren auch da, aber nichts Wildes. Im Ahlener Stadion, kann man sich übrigens nach dem Kauf einer Karte komplett frei im Stadion bewegen. Sitzplatz oder Stehplatz ist augenscheinlich egal, das kontrolliert niemand. Wir positionierten uns auf der Stehplatzgegengerade, da man dort einen guten Blick hatte auf die Ahlener Fans und auf die Gästefans aus Bonn. Direkt am Eingang konnten wir gleich ein Fanzine/Stadionmagazin erwerben. Mir war nicht klar, was das ist. Vermutlich wird die Stadionzeitung in Kooperation mit den dortigen Ultras produziert, zumindest macht das Äußere den Eindruck. Der Inhalte ist eher Mangelware. 3/4 des Magazins besteht aus Werbung, der Rest aus einem kleinen Vorbericht, der Mannschaft von Ahlen und dann wieder Werbung. Sollte sich jemand von euch jemals dorthin verirren: Überlegt es euch gut, ob ihr eine Stadionzeitung haben möchtet.

Nebenbei bemerkt, das Nackensteak im Stadion ist sehr zu empfehlen. Das Bier, naja. Da sind wir als Preußen mehr mit geschlagen. Der Vergleich Warsteiner oder Isenbeck würde unentschieden ausgehen. Ausgeschenkt wird wie bei uns im heimischen Stadion an Kirmeswagen. Wahlweise an der Hintertortribüne, in einem in die Tribüne eingelassenen Stand. Da es nicht zu großen Menschenansammlungen kam, waren die Wartezeiten bei beiden Möglichkeiten erträglich. Zum Drumherum: Das Stadion ist insgesamt in einem miserablen Zustand. Es sieht zusammengewürfelt aus, die Werbebanden sind nur halb angebracht oder hören mitten im Wort auf oder sind teilweise auf den Kopf gedreht. Der Platz ist ebenfalls in einem miserablen Zustand und bedeckt mit komischen bananenartigen vermoderten Blättern. Der Rasen vor dem Tor nicht existent. Wie man dort Fußball spielen kann ist für mich ein Rätsel, aber es ist die Regionalliga. Da kann man nicht viel erwarten, zumindest nicht was schönen Fußball betrifft.

Bei Anpfiff dann ein erster Blick auf die heimische Szene. Die Ahlener Ultras bestehen aus ca. 20 – 30 Leuten, die erstaunlich laut waren. Das kann aber auch an den Zuschauern aus Lippstadt liegen, die dem Anschein nach öfters in Ahlen zu Besuch sind, aber das ist reine Spekulation. Von Anfang an versuchten diese Stimmung zu machen und das klappte erstaunlich gut. Viele bekannte Liedermelodien wurden zwar benutzt, da sich die Gesänge in 90% aller Stadien ohnehin ähneln oder die selben sind, war das egal. Schlimmer fand ich eher, dass die Ahlener unser “Kokain vom Kolumbianer” Lied geklaut und umgedichtet haben. Das war überraschend für mich. Und auf der Gegenseite? Naja, Bonn kam mit etwa 50 Leuten nach Ahlen gereist. Ca. 10 davon konnten sowas wie einer Szene zugeordnet werden. Aber annstatt zu singen, beschränkten sich die Bonner darauf eine “Zaunfahne” auszurollen, sich dahinter zu verschanzen und böse zu gucken. Das ging 90 Minuten so. Bonn guckte böse, mehr machten die nicht. Also wurde Bonn direkt von der Liste gestrichen, ein Heimspiel mit böse dreinschauenden Leuten will man echt nicht anschauen. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass es sich bei der Bonner Szene um “unpolitische” bis “rechtsoffene” Leute handelt, was nochmal ein Punkt für mich ist dort nicht einzukehren.

Was bleibt zum Spiel zu sagen? Nicht viel. Es war ein kampfbetontes Spiel, dies könnte daran gelegen haben, dass es auf dem Platz nicht möglich ist technischen Fußball zu spielen. Bonn und Ahlen waren bemüht, aber mehr als ein paar lange Bälle nach vorne kamen nicht rum. Es dauerte eine Stunde, als endlich mal ein Tor fiel. Ein langer Ball mal wieder, führte zu einem Konter, den der Ahlener Cihan Yilmaz zum 1:0 verwandeln konnte. Die Ahlener Ultras wurden dadurch wieder aufgeweckt, nachdem sie vorher leiser wurden und der Rest des Stadions nahm das Tor mit einem leichten Applaus zur Kenntnis. Aufgeweckt durch den Rückstand riss Bonn nun das Spiel an sich. 16 Minuten später schaffte es dann der Bonner Lucas Musculus, den Ausgleich zu erzielen. Die Bonner Fans, bis auf die zehn böse dreinschauenden Szeneleute jubelten und wussten, dass da noch mehr drin sein könnte. Die Bonner Szenefans guckten weiterhin bös und hatten sich zeitweise in zwei kleinere Gruppen gespalten, die immer noch böse guckten. Davon ließen sich die Bonner Spieler nicht beirren und hätten in der Schlussminute den Siegtreffer machen können. Aber der Schuss von Dario Schumacher konnte mustergültig von Ahlens Keeper Sascha Kirchstein pariert werden. Es blieb beim 1:1 Endstand.

Die Spieler bedankten sich bei den Fans und für uns ging es dann zurück zum Bahnhof um nach Münster zu kommen. Im Zug selber trafen wir noch einen weiteren Hopper, der uns viele lohnenswerte Tipps für unsere nächsten Ziele geben konnte. Die Fans aus Bonn waren im selben Zug und liefen durch diesen. Lustigerweise noch immer böse dreinschauend. Mittlerweile frage ich mich ernsthaft, warum die so böse gucken. Schlechte Laune? Naja, auf die weite Reise nach Bonn zurück hätte ich auch keine Lust gehabt.

Was bleibt abschließend zu sagen? Ahlen hat Spaß gemacht. Das Stadion ist zwar nichts Anderes als ein besserer Sportplatz vom Dorf, aber das ist Ahlen nunmal. Es ist kein cooles Stadion, es ist ein süßes Stadion in einem familiären Umfeld. Vom Stadion selber aus, sieht man Wohngebiete, auf den Trainingsplätzen nebenan können an Spieltagen Kinder spielen und die Fans machen den Eindruck als ob sie die Spieler persönlich kennen. Die Spieler bedankten sich bei jedem Fan einzeln und machten den ehrlichen Eindruck, dass sie sich freuen über die Unterstützung. Da war mehr, als das obligatorische in die Kurve klatschen, wie gesagt alles sehr familiär. Was aber auch der Grund ist, weswegen man als “Auswärtiger” direkt als solcher ausgemacht werden kann. Das war soweit jedoch kein Problem und außer ein paar neugierigen Blicken hat man nichts weiter davon mitgekriegt. Wer also mal Abstand haben möchte vom Profifußball und sich an einem familiären Umfeld mit Fußball erfreuen will, dem sei das Wersestadion in Ahlen ans Herz gelegt.

Weiter geht es mit unserem Dreiteiler nächste Woche mit dem Spiel RW Ahlen gegen den Wuppertaler SV.


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