Das Spiel um die goldene Ananas?

Vorschau - SSV Jahn Regensburg

Falsch gedacht!

Zugegeben, zu Saisonbeginn hätte man sich die Ausgangslage dieser Partie wohl eher genau andersherum vorgestellt. Der SC Preußen Münster versucht am letzten Spieltag den Aufstieg vor heimischer Kulisse mit ausverkauftem Haus klar zu machen. Und dies gegen den Aufsteiger vom SSV Jahn Regensburg, welcher sich vermutlich über den Klassenverbleib freudetaumelnd nach Abpfiff in den Armen liegt. Hört sich gar nicht schlecht an, oder? Nur (leider) sind die Rollen etwas vertauscht.

Schöne Rechenspiele

Aber nun ja…wollen wir uns nicht beschweren. Hätte uns jemand vor einigen Wochen einen einstelligen Tabellenplatz am letzten Spieltag mit Aussichten, diesen komischen Lila-Weißen Verein hinter uns zulassen auf einem Papier zur Unterschrift vorgelegt, hätte vermutlich jeder Schwarz-Weiß-Grüne dieses Stück unmittelbar unterschrieben. Und größten Respekt an den Jahn. Wer hätte gedacht, dass der Aufsteiger aus Regensburg am 38. Spieltag auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz mit zwei Punkten vor Konkurrent Magdeburg (spielt zu Hause gegen Lotte) steht. Dies gelang den Mannen von Heiko Herrlich nicht zuletzt durch einen Lucky-Punch am letzten Spieltag gegen den Chemnitzer FC.

Während man bereits mit 2:0 gegen den CFC in Führung ging, wurde diese leichtfertig innerhalb von zwei Minuten verspielt, wodurch kurz vor Ende der Spielzeit ein Remis auf beiden Seiten stand. Aufgeben? Denkste! Auf jeden Fall nicht für den Jahn, hieß die Devise. Lais nahm in der 91. Minute sein Herz in beide Hände, drosch die Asse auf den Kasten der Chemnitzer, der Ball wurde unhaltbar abgefälscht – 3:2 – Ende. Fußballherz, was willst du mehr.

Nachdem das 2:2 von Magdeburg in Aalen bekannt gegeben wurde und der Jahn somit sein eigenes echtes Endspiel als Aufsteiger um einen Relegationsplatz hatte, kannte der Jubel auf den Rängen und dem Rasen in der Oberpfalz keine Grenzen. Einzig und allein Coach Heiko Herrlich blieb ruhig und versuchte auf die Euphoriebremse zu treten. Unmittelbar nach dem Spiel sagte er dem „Kicker“ gegenüber: „Wir müssen weiter bescheiden bleiben, wir haben noch nichts gewonnen.“ Zugegeben: Hätte der Jahn etwas mehr Glück im Laufe der Spielzeit gehabt, insbesondere beim 2:3 gegen Lotte, wo man nach 2:0-Führung noch den Sieg verschenkte oder das 2:2-Unentschieden bei Fortuna Köln, als die Gegentreffer in der sechsten und zehnten Minute der Nachspielzeit gefallen waren, wäre es am Samstag wirklich ein Spiel um die goldene Ananas.

Vor Osnabrück landen

Aber nicht nur die Regensburger, sondern auch die Möhlmänner, sollten noch ein kleines, aber sehr wichtiges Ziel vor Augen haben. Mit einem Dreier bei gleichzeitiger Niederlage von Osnabtück gegen Paderborn, würden sich unsere Preußen auf vor diesem komischen Verein setzen. Käme dann der 1. FC Magdeburg im Heimspiel gegen Lotte nicht über ein Remis hinaus, könnten sich die Oberpfälzer sogar eine Niederlage gegen die Adlerträger erlauben, um die Relegation perfekt zu machen.

Damit wäre Paderborn zwar sportlich gerettet, aber aktuell fehlen dem falschen SCP scheinbar noch einige Euros, wodurch der Abstieg für Paderboring immer noch drin wäre. Paderborns Präsident Wilfried Finke nahm kein Blatt vor dem Mund: „Die Situation ist so düster, wie ich sie in dem Verein noch nicht erlebt habe. Es muss […] ein kleines Wunder passieren.” Am kommenden Samstag, spätestens um kurz vor halb 4, sind wir alle schlauer. Aber man wird doch wohl noch träumen dürfen …by the way: steigt Paderborn ab, erwischt es auch LR Ahlen, die aktuell auf dem ersten Abstiegsplatz der Regionalliga rumdümpeln, welcher nur dann zum Klassenverbleib reicht, wenn Paderborn nicht absteigen sollte und Viktoria Köln zudem seine Aufstiegsrelegation gegen Jena gewinnt.

Zu Samstag…

verzichten muss Benno am Samstag weiterhin auf Bennet Eickhoff und Max Schulze Niehues, der sich vor kurzem einer Nasen-OP unterzogen hatte. Auch Simon Scherder und Benjamin Schwarz, werden nicht mehr verheizt und geschont. Bei Benjamin Schwarz wird man abwarten, was das Knie macht und ob eine Operation Sinn ergibt. Es wäre durchaus möglich, dass Schwarz ab kommender Saison keine Fußballschuhe mehr schnüren wird und diese an den Nagel hängt. Sebastian Mai meldet sich nach abgebrummter Gelbsperre wieder zurück.

Heiko Herrlich muss im für ihn so wichtigen Spiel auf Mittelstürmer Patrik Dzalto (Außenbandriss), Sven Kopp im defensiven Mittelfeld (Schulterverletzung), Rechtsverteidiger Oliver Hain (Luxation der Kniescheibe), Mittelstürmer Markus Ziereis (Ellenbogenverletzung) und Linksverteidiger Alexander Nandzik (Muskelbündelriss) verzichten.

Kobylanski erhält Freigabe

In Sachen Personal, wird der SC Preußen wohl mit Martin Kobylanski verlängern. Lechia Gdansk hat signalisiert, den bis 2018 datierten Vertrag vorzeitig aufzulösen, was einen ablösefreien Wechsel ermöglichen würde. In 15 Spielen hat Martin 5 Mal getroffen und sich zuletzt neben Adriano Grimaldi als guten Partner erwiesen. Laut Bild Infos, sind aber nicht nur die Preußen eventuell an einer Verpflichtung interessiert. Auch zwei weitere Drittligisten sollen Kobylanski auf der Liste haben.

Und der Baba so?

Der wird ab der kommenden Saison den Betreuerstab von Raseballsport Leipzig verstärken. „Ich kann bestätigen, dass ich einen Vertrag in Leipzig unterschrieben habe”, erklärte Babacar N’Diaye der Hannoverscher Allgemeinen. Baba trifft damit wieder auf Ralf Ragnick, der schon von 2001 bis 2003 sein Trainer bei Hannover 96 war. Zuletzt war er Co-Trainer bei Teutonia Watzenborn-Steinberg (Regionalliga).

Mein Wunsch

Da es sich am Samstag nun doch um kein Ananas-Spiel handelt, lasst uns diese Saison ordentlich zu Ende bringen. Noch einmal Stadion voll machen, alle kommen und:

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUßEN MÜNSTER!


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