Gesucht: Westfälische Torschützen in Ostwestfalen

2016/2017 - Spielbericht - SC Preußen Münster - SC Paderborn 07 - 0:1

Im Normalfall hätte sich der SC Preußen Münster an diesem Wochenende auf den Weg in den Süden der Republik gemacht. Nach der Relegation gegen Jahn Regensburg stand der TSV 1860 München als sportlicher Absteiger fest. Doch weil die bajuwarischen Löwen keine Lizenz für die 3. Liga erhielten, blieb der SC Paderborn der Liga erhalten – und grüßt seither in der neuen Saison, sportlich eigentlich abgestiegen, von den Aufstiegsplätzen als Spitzenreiter. Denn, das weiß man ja mittlerweile auch, die 3. Liga ist alles andere als normal. Ostwestfalen statt München heißt es an diesem Samstagnachmittag also.

Drei Pflichtspielniederlagen in Folge 

Dass Paderborn den Platz an der Sonne auch am späten Samstag noch innehat, ist leider nicht komplett ausgeschlossen. In der vergangenen Saison verlor der wahre SCP beide Partien mit jeweils 0:1. Im Hinspiel gab es durch einen Treffer von Zlatko Dedic an einem verregneten Nachmittag im Preußenstadion die erste knappe Pleite, im Rückspiel standen die Paderborner am vorletzten Spieltag bereits mit dem Rücken zur Wand und konnten durch einen frühen Treffer von Koen van der Biezen auch das zweite Spiel für sich entscheiden.

Sportlich reichte es am Ende nicht, aber dank der Sechziger aus München war der Verbleib dennoch gesichert. Dass die Ostwestfalen sich in dieser Saison gut in Schuss gebracht haben, bewiesen sie abermals gegen die Adlerträger. Im Landespokal trafen die beiden Favoriten bereits in der ersten Runde aufeinander. Abermals ging die Partie für die neu formierte Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart positiv aus. 3:1 besiegte man den Ligakonkurrenten und die Preußen mussten im Pokal bereits früh die Segel streichen.

Umbruch mit Baumgart – und ungeschlagen

Mitte April übernahm Baumgart das Amt seinen glücklosen Vorgängers Karsten Baumann. Seitdem ist der SC Paderborn in Pflichtspielen ungeschlagen. Während sich im Endspurt der vergangenen Saison noch Unentschieden häuften, sammeln sich diese Saison die Siege auf dem Punktekonto. 19 Punkte nach sieben Spielen sind im derzeitigen Format der 3. Liga Rekord. Dass die Mannen von der Pader in dieser Saison besser drauf sind, ist auch die Folge eines Umbruchs im Kader. Viele überzahlte Altlasten wurden weggeschickt, darunter gestandene Spieler wie Marcus Piossek, Christian Bickel oder Tim Sebastian.

Auch Lokalmatador Lukas Kruse wechselte in den hohen Norden zu Holstein Kiel. Im Gegenzug zeigte sich, was ein hervorragendes Netzwerk in Sachen Kaderplanung ausmacht. Markus Krösche übernahm selbige in diesem Sommer und traf mit Spieler wie Antwi-Adjej, Dennis Srbeny oder Marlon Ritter ins Schwarze. Fraglich ist, ob Paderborn das derzeitige Tempo eine volle Saison durchhalten kann, in der aktuellen Form sollten aber auch jegliche Abstiegssorgen keine Rolle mehr spielen.

Gesucht: Torschützen beim Torschützenverein

Während über Paderborn derzeit die Sonne lacht, ziehen über Münster düstere Wolken auf. Vier Liga-Spiele ohne Sieg, drei davon ohne eigenes Tor. Das letzte Tor aus dem Spiel heraus kombiniert, gelang Anfang August in Würzburg. Sechs Treffer nach mittlerweile sieben Spielen sind aber auch allgemein gesehen eine erheblich zu schwache Ausbeute. Die Abwehr ist, wenngleich man gegen Zwickau erstmalig zwei Gegentore in der Liga diese Saison hinnehmen musste, mittlerweile gefestigt, doch dafür kränkelt es in der Offensive.

Den Preußen fehlt einfach die Balance und wenn Adriano Grimaldi nicht funktioniert, mangelt es an Torgefahr. Preußen Scharfschütze durchlebt derzeit auch eine längere Flaute, es bleibt zu hoffen, dass dieser am Samstag platzt. Um Grimaldi besser in Position zu bringen, dürfte Benno Möhlmann gegenüber letztem Freitag ein wenig an der Aufstellung feilen. Tobias Rühle belebte das Spiel in der zweiten Halbzeit und könnte sich eventuell in der Startelf auf seiner ursprünglichen Position hinter Grimaldi beweisen.

Nachdem sich Ole Kittner gegen Zwickau mehrere Flüchtigkeitsfehler geleistet hatte, dürfte Lion Schweers für ihn in die Startelf rücken. Ansonsten scheinen sich Philipp Hoffmann und Jeron Al-Hazaimeh trotz überschaubarer Effizienz auf den Außenbahnen festgespielt zu haben. Danilo Wiebe und Michele Rizzi dürften das Spiel aus der Zentrale leiten. Rizzi pausierte unter der Woche, nachdem er gegen Zwickau rüde von den Beinen geholt wurde, sollte jedoch am Samstag startklar sein. Für Nico Rinderknecht, der bei seinem Preußen-Debüt durchaus sehenswerte Ansätze zeigte, käme ein Einsatz von Beginn an jedoch zu früh. Bis auf die Langzeitverletzten Cueto, Schwarz und Warschewski kann Möhlmann also aus dem Vollen schöpfen.

Körber präferiert richtigen SCP, Wassey kennt nun beide

Ein Duell haben die Preußen gegen Paderborn jedoch gewonnen. Denn beim falschen SCP war man ebenfalls im Sommer stark an einer Verpflichtung von Nils Körber interessiert. Der einzig wahre SCP erhielt jedoch den Zuschlag und Körber glänzt seitdem im Preußen-Kasten, was jüngst mit einer Nominierung für die deutsche U21-Nationalmannschaft belohnt wurde. Sein Gegenüber heißt am Wochenende Leopold Zingerle, der aus Magdeburg nach Ostwestfalen wechselte.

Ein alter Bekannter scheint mit 29 in seiner Karriere seinen zweiten Frühling zu erleben. Massih Wassey, zu Oberligazeiten einst hoffnungsvollstes Preußen-Talent zusammen mit Jens Wissing, schaltet und waltet mittlerweile im zentralen Mittelfeld und bildet mit Robin Krauße eine stabile Doppelsechs. Nach Jahren in der Regionalliga bei Wiedenbrück oder Dortmund II, scheint er nun höherklassig Fuß zu fassen. Zwei Tore und drei Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache. Getoppt wird er nur vom Duo Sven Michel und Ben Zolinski. Insbesondere Michel, in der vergangenen Saison von vielen Verletzungen zurückgeworfen, weist mit fünf Toren und fünf Vorlagen eine unfassbare Quote auf. Schwerstarbeit für die Preußen-Defensive. Bleibt zu hoffen, das Nils Körber am Wochenende, wie schon in Würzburg oder Rostock, beweist, dass die Preußen sich auf ihren Schlussmann verlassen können.

Noch ein paar Plätze im Hiltruper Bus

Die Mannschaft braucht jeden Fan im Rücken, denn an uns sollte es nicht liegen. Wer mitfahren will, kann bei den Hiltrupern noch einen der wenigen Plätze belgen! E-Mail an Buggy: buggy@hiltruper-preussenbus.de

Hiltruper Preußenbus nach Paderborn – Samstag, 16.09.17

  • Abfahrt um 11:00 Uhr am Haus Bröcker und um 11:15 Uhr am Ex-Adlerhorst
    Haus Bröcker öffnet um 9:30 Uhr
  • Fahrpreis inkl. Flat: 25,00 €
Abstand verringern

Exakt 102 km und elf Punkte trennen Paderborn und Münster derzeit. An der Entfernung lässt sich nichts drehen, an der Punktedifferenz schon. Dafür müssen sich die Preußen jedoch wieder auf das besinnen, was sie in der vergangenen Rückrunde so stark machte. Mut nach vorne und Kampf in allen Mannschaftsteilen, zudem als Kollektiv auftreten und es dem Gegner so schwer wie möglich machen. Diese Tugenden muss Möhlmann seiner Mannschaft in einer Blitzkur wieder einimpfen, ansonsten könnte es am Samstag düster werden. Doch um dem Ganzen noch etwas Positives gegenüber zu stellen: Auswärts sind die Adlerträger in dieser Saison noch ungeschlagen – zumindest in der Liga. Damit es auch am Samstag so bleibt, ist es wichtig, dass auch die Fans als zwölfter Mann das Auswärtsspiel um die Ecke live im Stadion wahrnehmen. Schließlich geht es halt nach Ostwestfalen statt nach München. Also: alle nach Paderborn, denn:

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!!!

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