Jubi-Kampagne? Es gibt Wichtigeres.

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Jubi-Kampagne – Torschützenverein

Unser ruhmreicher SC Preußen Münster nennt sich seit ein paar Tagen – und glücklicherweise nur bis zum Saisonende – „Torschützenverein“. Dieser Name ist Bestandteil einer Imagekampagne zum 111-jährigen Bestehen des mutmaßlich weltbesten Fußballvereins. So richtig bekommt man davon – glücklicherweise – nicht viel mit. Zwar soll sie auf Autogrammkarten, Briefpapier, Pressemitteilungen und Plakaten stattfinden. Da der normale Fan das aber kaum sieht, könnte man sagen: „Gut gemeint, schlecht gemacht, macht aber nix, weil es eh kaum einer mitkriegt“.

Doch kritisch hinterfragen darf man die Kampagne mit witzig gemeinten, aber kaum wirkenden Sprüchen wie „Hält alles. Auch Platz-Patronen“ oder „Wer braucht schon einen König, wenn er solche Schützen hat?“ sicher. Denn wer bitte kommt auf die Idee, unseren geliebten Fußballverein mit einem der schlimmsten Brauchtümer dieser Welt, dem Schützenfest in Verbindung zu bringen? Einem Fest, das rückwärtsgewandter und spießiger nicht geht. Mit (überwiegend) älteren Männern, die sich albern uniformieren, besaufen und auf irgendwelche Sachen schießen. Um sich danach wieder zu besaufen.

Der Mist hat Tradition

Gut: Der Mist hat Tradition. Das hat Karneval aber auch. Und die Prügelstrafe für Kinder. Wie halt der SC Preußen Münster auch Tradition hat. Und da dachte sich also jemand: „Die Preußen haben Tradition, sind in Münster und dem Münsterland ebenso verwurzelt wie Schützenfeste, also rühre ich das zusammen.“ Ja, kann man machen. Als Praktikant einer aufstrebenden Werbeagentur aus Kattenvenne. Und wer hat sich das wirklich ausgedacht? „Profis“ einer der renommiertesten Werbe-Butzen Deutschlands, Jung von Matt.

Da mischt nämlich der Metze mit. Und deswegen kostete der Spaß auch nichts. Immerhin. Das wäre ja auch noch schöner gewesen. Diese Kampagne versuchen Fachmenschen damit zu erklären, dass die „Geschichte“, also dass dieser Verein dufte ist, Tradition hat und in der Region verwurzelt ist, im Vordergrund steht und nicht die Verbindung mit Schützenfesten. Nur: Genau das wird vom einfachen Pöbel, der in Marketing, PR und Werbung nicht so firm ist, wahrgenommen. Und entsprechend honoriert: mit reichlich Häme und viel Unverständnis für diese Kampagne.

Andere Themen wichtiger

Ganz abgesehen davon ist es merkwürdig, dass im Jubiläumsjahr erst im September überhaupt eine Kampagne startet. Vielleicht hängt das ja auch mit der vielen Arbeit bei den wirklich wichtigen Themen rund um die Preußen zusammen, denen der Verein und vor allem die Mitglieder nun alle Aufmerksamkeit widmen sollten: Punkte auf dem Platz sammeln, vernünftig ausgliedern und dann konstruktiv gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten. Das macht auch alles mehr Spaß als diese Jubiläums-Kampagne. Und ist wesentlich wichtiger.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kein großer Wurf. Tut aber auch nicht weh, weil es eh kaum jemand mitbekommt.

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