Ein Spiel – zwei Gesichter: Preußen teilen die Punkte mit Karlsruhe

2017/2018 - Spielbericht - SC Preußen Münster - Karlsruher SC - 1:1

Dank einer erheblichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei konnte der SC Preußen Münster im Aufeinandertreffen mit dem Karlsruher SC zumindest einen Punkt im Preußenstadion behalten. Jeron Al-Hazaimeh belohnte die Adlerträger mit seinem zweiten Saisontreffer. Durch die Punkteteilung schoben sich die Münsteraner zudem von Platz 17 auf Platz 15, die Abstiegsränge bleiben jedoch immer noch bedrohlich nah. Positiv anzumerken waren an diesem Samstag jedoch die Rückkehr von Kapitän Adriano Grimaldi und die Mentalität der gesamten Mannschaft.

Grimaldi & Braun zurück in der Startelf, doch die Harmlosigkeit bleibt

Adriano Grimaldi und Sandrino Braun kehrten nach ihren Verletzungen zurück, dafür mussten der, unter der Woche angeschlagene, Tobias Rühle sowie Danilo Wiebe auf der Bank Platz nehmen. Zudem ersetzte Moritz Heinrich den verletzten Nico Rinderknecht, Martin Kobylanski rochierte dafür in die Mitte und sollte hinter Adriano Grimaldi auf seiner Lieblingsposition für Wirbel sorgen. Insgesamt ergab sich so ein 4-2-3-1-System, in dem die Abwehr unverändert blieb und Braun mit Rizzi die Doppelsechs vor einer offensiven Dreierreihe spielte. Vorne war Grimaldi allein auf weiter Flur; die erfahrenen und hochgewachsenen Daniel Gordon sowie David Pisot doppelten den Preußen-Kapitän und nahmen ihn somit weitesgehend aus dem Spiel.

Auf der Gegenseite saßen, wie schon am Spieltag zuvor, mit Anton Fink und Dominik Stroh-Engel, die wohl prominentesten Spieler in den Reihen der Karlsruher auf der Bank. Fabian Schleusener agierte als einzige Spitze vor einem spielstarken zentralen Mittelfeld um den “neuen Calhanoglou” Florent Muslija, Marvin Wanitzek und Marcel Mehlem.

Eben jenes zentrale Mittelfeld machte den Adlerträgern in einer mehr als durchwachsenen Hälfte schwer zu schaffen. Der Ball lief zügig und effizient durch die Reihen von Karlsruhe, die Mannschaft von Benno Möhlmann bekam keinerlei Zugriff. Dabei war es nicht so, dass Karlsruhe sich Chance um Chance erspielte, dennoch war der KSC die klar spielbestimmende Mannschaft und ging folgerichtig in Führung. Dennoch fiel das Tor nicht aus einer der vielen Karlsruher Kombinationen, sondern nach einem ruhenden Ball. Nach einer Ecke zwang Marcel Mehlem Preußen-Keeper Nils Körber zu einer Glanzparade, der Abpraller landete direkt vor den Beinen von KSC-Verteidiger Jonas Föhrenbach, der den Ball im Fallen über die Linie drückte.

Beim SCP häuften sich die Fehler dagegen, insbesondere der Spielaufbau ließ, wie so oft, zu wünschen übrig. Die einzig nennenswerte SCP-Gelegenheit ergab sich ebenfalls nach einer Ecke. Michele Rizzi brachte den Ball rechts vom Tor weggezogen scharf vor das KSC-Tor, Uphoff flog am Ball vorbei und Sebastian Mais Kopfball rauschte um Haaresbreite am Tor vorbei.

Neuer Elan in Halbzeit zwei

Wie schon so oft wandelten sich die Preußen in Halbzeit zwei. Doch – Achtung Binsenweisheit – reichen 45 Minuten in dieser verrückten 3. Liga nicht, um drei Punkte mitzunehmen. Ein wichtiger Faktor für den Aufschwung war die Einwechslung von Tobias Rühle für Philipp Hoffmann. Martin Kobylanski rückte nach rechts und der SCP stellte auf ein 4-4-2 System um. Endlich klappt auch die Doppelspitze mit Tobias Rühle und Adriano Grimaldi. Was Horst Steffen zu Beginn der letzten Saison wochenlang versucht und was grandios scheiterte, sah nun mehr als ansehnlich aus. Gordon und Pisot hatten Mühe den flinken Rühle mit fairen Mitteln zu stoppen, immer wieder brach er die Karlsruher Defensive mit seinen Tempo-Dribblings auf und sorgte für mehr Räume im Offensivspiel der Preußen.

Doch blieb die ominöse Null auf Seiten der Preußen auf der Anzeigetafel Minute für Minute weiter stehen. Adriano Grimaldi kam nach einer hervorragenden Flanke von Martin Kobylanski frei zum Kopfball und schaffte es den Ball auf fünf Metern neben das Tor zu setzen. Nun ging Preußen-Coach Benno Möhlmann volles Risiko und brachte Jeron Al-Hazaimeh in die Partie. Und dieser Joker stach. Ganze drei Zeigerumdrehungen später setzte sich Tobias Rühle rechts auf höhere der Strafraumkante durch und flankte mit links butterweich in den Strafraum. Grimaldi verpasste die Hereingabe, doch Al-Hazaimeh war zur Stelle und ließ die Preußenfans jubeln. Anschließend zeigte sich der SCP weiterhin druckvoll, der eingewechselte Stroh-Engel setzte auf Karlsruher Seite eine Kopfballchance über den Kasten von Nils Körber. So blieb es im Endeffekt beim gerechten 1:1-Unentschieden. Der Punkt bringt keine der beiden Mannschaften wirklich nach vorne, könnte jedoch in dieser knappen Liga durchaus noch wertvoll werden


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Menig verletzt raus, doch in Wiesbaden zurück erwartet

Einziger Wermutstropfen auf Preußenseite war die Verletzung von Fabian Menig. Im Luftduell rasselten Preußens Linksverteidiger mit dem Karlsruher Mehlem zusammen. Beide mussten sofort behandelt werden, Mehlem konnte weitermachen, Menig musste mit einer Platzwunde und Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Dieser Verdacht bestätigte sich am Sonntag auch, da es sich jedoch lediglich um eine leichte Gehirnerschütterung handelt, will Menig im nächsten Spiel schon wieder mit von der Partie sein.

Am Sonntag, den 29.10.2017 reist der Adlertross nach Hessen ins beschauliche Wiesbaden. Der formstarke SV Wehen Wiesbaden muss jedoch unter der Woche gegen Schalke im DFB-Pokal ran, kräftemäßig eventuell ein Vorteil für die Preußen, schaut man sich jedoch die Leistungen des SVWW an – an diesem Wochenende gab es ein 5:0 in Würzburg – sowie die letzten Auswärtspartien der Preußen, kann einem Angst und Bange werden. Doch aufgeben gilt es nicht, Überraschungen sind in dieser Liga an der Tagesordnung. Warum nicht also auch mal für den SC Preußen Münster?

Alle zusammen für Preußen Münster

Daten zum Spiel

SCP: Körber – Tritz, Kittner, Mai, Menig (Stoll, 89.) – Rizzi, Braun – Hoffmann (Rühle, 46.), Kobylanski, Heinrich (Al-Hazaimeh, 73.) – Grimaldi
Karlsruhe: Uphoff – Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach – Mehlem – Camoglu (Thiede, 78.), Muslija, Wanitzek, Lorenz (Stroh-Engel, 67.) – Schleusener

Tore: 0:1 Föhrenbach (25.), 1:1 Al-Hazaimeh (76.)

Gelbe Karten: Rizzi, Kittner / Gordon

Zuschauer: 6.737

Schiedsrichter: Markus Wollenweber


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