Bittere 5:0-Niederlage beim Karlsruher SC

2018/2019 - Spielbericht - Karlsruher SC - SC Preußen Münster - 5:0
2018/2019 - Spielbericht - Karlsruher SC - SC Preußen Münster - 5:0
Spielbericht – Karlsruher SC – SC Preußen Münster – 5:0 (3:0)

Nun. Es gibt so Spiele, die werden dir ewig in Erinnerung bleiben und in die Vereinsgeschichte gehen. Nach der 5:0-Niederlage des SC Preußen Münster beim Karlsruher SC hörte man aus vielen Ecken, dass man so ein Spiel noch nicht erlebt habe. Die Preußen reisten an, machten ihre Sache über eine halbe Stunde gut, ehe das Speil aufgrund einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen zugunsten des KSC kippte. Spielleiter Sven Jablonski gab an diesem Tag keine souveräne Vorstellung ab.

KSC unverändert – Antwerpen rotiert

KSC-Coach Alois Schwartz setzte auf die gleiche Startelf, die gegen Großaspach einen 2:1 Sieg am vergangenen Spieltag einfahren konnte. Marco Antwerpen hingegen veränderte seine Startelf im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage gegen Halle auf vier Positionen. Simon Scherder, Jannik Borgmann, Philipp Müller und Moritz Heinrich nahmen auf der Bank platz. Hierfür kamen Ole Kittner, Sandrino Braun, Tobias Rühle und Tobias Warschewski zum Einsatz. Benjamin Schwarz, der vom Trainer am Donnerstag noch als fit gemeldet wurde, musste wegen eines Infektes in Münster bleiben.

Münster steht tief und gut

Marco Antwerpen sagte am Donnerstag noch, dass der SC Preußen in diesem Spiel klarer Außenseiter ist. Somit starteten die Preußen mit einem 4-3-3 tief und kompakt und wollten über Konter zum Torerfolg kommen. Dem KSC überlies man so mehr Ballkontrolle und wollte den Gastgebern das Spiel machen lassen. In der ersten halben Stunde machten die Preußen einen guten Job, kamen aber leider nicht zu nennenswerten Chancen vor dem Kasten des KSC. Vorallem Sandrino Braun und Kevin Rodrigues Pires hatten im Mittelfeld immer wieder gute Ballgewinne und konnten Tobias Rühle schnell auf die Reise schicken.

Auf der Gegenseite verzeichnete der KSC ebenfalls keine nennenswerten Chancen. Auch, wenn der KSC ein wenig mutiger nach vorne spielten, strahlten die Hausherren keine wirkliche Torgefahr aus. Auch die Standards konnte der SCP in den ersten 30 Minuten souverän wegverteidigen. Einziges Glück in dieser Phase des Spiels war ein nichtgeahndetes Handspiel von Braun, was durchaus einen Elfmeter hätte geben können.

Elfer – Rot

Spielerisch lief auf beiden Seiten nur wenig zusammen. So leitete ein fragwürdiger Elfmeter die Niederlage der Preußen ein. Pourié wurde im Strafraum angespielt und lieferte sich einen Zweikampf mit Lion Schweers. Hierbei hatte Schweers zwar seine Arme am Mann, Pourié aber das Trikot von Schweers fest im Griff. Als sich Pourié anschließend fallen ließ, zeigte Bundesliga Schiedsrichter Sven Jablonski auf den Punkt. Es war ein lächerlicher Elfmeter, den Anton Fink anschließend im Tor unterbrachte und den KSC in Führung schoss. Sowohl bei Telekom Sport, dem SWR als auch in der Sportschau war man sich einig, dass es ganz klar kein Elfmeter war. Nimmt man das Handspiel von Braun hinzu, so hat sich aber hier die Gerechtigkeit ausgeglichen, denn wie bereits erwähnt, hätte es auch vorher schon einen Elfer geben können.

Wenige Minuten später war es erneut Pourié, der sich wieder im Strafraum des SCP fallen lies. Jablonski lies folgerichtig weiterspielen, ahndete aber diese Schwalbe nicht. Direkt im Anschluss räumte Gordon Kobylanski brutal ab und sah die gelbe Karte. Soweit so gut. Wäre da nicht kurze Zeit später der Platzverweis von Ole Kittner gekommen.

Nachdem die KSC-Defensive eine Flanke der Preußen klären konnte, landete der Ball beim Ex-Preußen Marc Lorenz. Ole Kittner grätschte unnötig von hinten in die Beine und touchierte Lorenz an der Ferse. Lorenz, der direkt weiterspielen konnte, nahm dieses Geschenk natürlich ebenfalls an und markierte den sterbenden Schwan. An dieser Stelle Respekt, dass er die Partie noch zuende spielen konnte. Wir hoffen es ist nichts gebrochen. ;)

Für das Foulspiel sah Kittner direkt den roten Karton und musste vom Platz. Jablonski verlor hierdurch nun seine Linie, denn mit Bewertung des Fouls von Gordon an Kobylanski, hätten entweder beide Spieler vom Platz gemusst oder es hätte auch für Kittner nur eine gelbe Karte geben müssen.

Und nochmal Elfmeter

Binnen fünf Minuten lagen die Preußen mit 1:0 zurück und standen nur noch mit 10 Mann auf dem Feld. Wenn man denkt, es könnte an dem Tag nicht schlimmer kommen, musste man hier nur weitere vier Zeigerumdrehungen warten, denn Sandrino Brauns Klärungsversuch erwischte den flinken Stiefler im Strafraum. Jablonski entschied erneut auf Elfmeter, was bei Bewertung des Fouls von Braun an Stiefler auch richtig war. Auch Antwerpen bestätigte, dass dieser Elfmeter korrekt gewesen sei. Doch vor der Szene um Braun packte Gordon den Ellenbogen gegen Rodrigues Pires aus. Eine klare Tätlichkeit, die hier mit mindestens Gelb-Rot hätte geahndet und abgepfiffen werden müssen. Jablonski hatte beste Sicht auf beide Spieler und handelte nicht.

Den Elfmeter verwandelte Marc Lorenz sicher zum 2:0. Die Preußen, nun völlig von der Rolle, kassierte mit dem nächsten Angriff dann noch das 3:0 durch Camoglu. Dieses Tor war aber auch stark vom KSC herausgespielt. Spätestens hier war der Drops für unsere Adlerträger gelutscht.

KSC macht den Deckel drauf

Antwerpen musste nun Schadensbegrenzung betreiben, nahm den verwarnten Rodrigues Pires vom Feld und brachte Simon Scherder. Tobias Warschewski, der sich in der Partie nicht aufdrängen konnte wurde durch Lucas Cueto ersetzt. Doch in Unterzahl gegen die starke KSC-Defensive ging in den 45 Minuten nichts mehr. Die Preußen kamen lediglich noch durch Standards vor das Tor des KSC. Für KSC-Keeper Uphoff war es insgesamt ein ruhiger Nachmittag.

Der KSC spielte die Partie nun solide herunter, aber auch unsere Preußen verabschiedeten sich würdig aus dem Wildpark. Das sehenswerte 4:0 durch Camoglu (55.) und das 5:0 durch Pourié (79.) waren dann auch nur noch formsache. Der KSC hatte leichtes Spiel und konnte aufgrund des Spielverlaufs sein Torverhältnis weiter verbessern. Camoglu musste in der 66. Minute verletzt vom Feld. An dieser Stelle eine schnelle Genesung nach Karlsruhe.

Nicht auf die Tabelle schauen

Ein gebrauchter Tag. Fünf Gegentore und der Verlust von Ole Kittner wiegen schwer. Dennoch sollte man nicht auf die Tabelle schauen. Der SCP ist mit 29 Punkten voll im Soll und hat einen guten Puffer zur Abstiegszone. In 2018 sind bei zwei Heimspielen gegen den FSV Zwickau und den SC Fortuna Köln noch volle 6 Punkte drin. Antwerpen und seine Schützlinge werden alles geben, damit diese am Ende auch in Münster bleiben und das Punktekonto auf 35 anwächst. Zwickau verlor zuletzt gegen 1860 mit 0:2 und muss am Montag gegen Großaspach ran. Somit stehen den Schwänen zwei Tage weniger Regeneration zur Verfügung.

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!

Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Menig, Schweers, Kittner, Hoffmann – Klingenburg, Braun, Rodrigues Pires (Scherder, 46.) – Rühle (Borgmann, 62.), Kobylanski, Warschewski (Cueto, 46.)
Karlsruhe: Uphoff – Thiede, Gordon (Kobald, 46.), Pisot, Roßbach – Camoglu (Choi, 65.), Stiefler, Wanitzek, Lorenz – Fink, Pourié (Sane, 82.)

Tore: 1:0 Fink (32.), 2:0 Lorenz (42.), 3:0 Camoglu (44.), 4:0 Camoglu (56.), 5:0 Pourié (80.)

Gelbe Karten: Gordon, Lorenz / Rodrigues Pires, Kobylanski, Schulze Niehues
Rote Karte: Kittner (36.)

Zuschauer: 10.613

Schiedsrichter: Sven Jablonski


Medien zum Spiel

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