Am Schiri lag es nicht – Heimpleite gegen Zwickau

2018/2019 - Spielbericht - SC Preußen Münster - FSV Zwickau - 0:2
Spielbericht – SC Preußen Münster – FSV Zwickau 0:2 (0:2)

Dass ein Osnabrücker in Münster zum Thema wird, ist ja grundsätzlich nichts Neues. In dieser Woche traf es Schiedsrichter Frank Willenborg. „Verschwörung!“, hatte so mancher da geschrien. „Jetzt will uns der DFB endgültig kaputtmachen“, meinten Andere. Das Problem: Willenborg pfiff am Samstag solide und war überhaupt nicht verantwortlich für die ärgerliche 0:2-Niederlage gegen den FSV Zwickau. Wir hätten uns eigentlich auf einen ganz anderen Osnabrücker konzentrieren müssen: Joe Enochs.

Joey statt Franky

Der ehemalige VfL-Stürmer und Trainer hatte sich für das Spiel bei den Preußen einen sehr guten Plan zurecht gelegt: Die nicht eingespielte Defensive unserer Adler früh unter Druck setzen und so zu Fehlern zwingen. Und schon nach fünf Minuten ging der Plan auf. Simon Scherder spielte den Ball genau in die Füße von Barylla. Der machte aus 25 Metern seinem Namen alle Ehre und (nudel-)holzte den Ball unhaltbar in die Maschen. Ein echter Katastrophenfehlpass von Simon, der auch im weiteren Spielverlauf nicht unbedingt Argumente für seine erneute Aufstellung gegen Fortuna Köln sammelte.

Dass der Ur-Preuße Scherder nicht doch noch zum Matchwinner wurde, hatte auch mit einem gewissen Johannes Brinkies zu tun, an dem er in Minute 15 mit einem wuchtigen Schuss scheiterte. Der Keeper des FSV zeigte insgesamt eine sehr starke Straufraumbeherrschung und zwischendurch Reflexe aus der Kategorie „Wie hat er das jetzt schon wieder gemacht?“. Das ist leider auch ein Muster dieser Saison: Manche gegnerische Spieler wachsen gegen Preußen über sich hinaus. Ob Röttger (Sonnenhof, 2 Tore), Alvarez (Osna, ebenfalls 2 Tore) oder jetzt eben Brinkies (0 Tore zugelassen), gegen Preußen machen Manche für ihre Verhältnisse überragende Spiele.

Das 2:0 machte dann Mr. Zwickau persönlich. Ronny König hatte wohl ein bisschen Glück mit seinem abgefälschten Schuss, aber die Geschichte des Tores beginnt früher. Auf der linken Seite wird Rodrigues-Pires früh angelaufen, dribbelt sich fest und klärt den Ball dann nicht weit genug. Zwei Zwickauer Ballkontakte später marschiert Ronny König quer vor dem Tor daher und kann abschließen, weil ihm Simon Scherder nur Begleitschutz gibt. Oder um es kurz zu sagen: Verdammt!

20 Minuten und der Deckel war drauf

Danach hatten die Gäste aus Westsachsen das Planziel erreicht und taten nur noch das Nötigste. Sie verteidigten effektiv und leidenschaftlich und ließen kaum Chancen der Preußen zu. Doch die wenigen Chancen, die unsere Jungs hatten, waren nicht von schlechten Eltern. Lion Schweers scheiterte aus sieben Metern an Brinkies und Tobias Rühle traf mit einem herzhaften Volley nur die Rücken der Zwickauer Abwehr. Dann war Pause.

Doch leider war der Zwickauer Kasten auch in der zweiten Halbzeit komplett vernagelt. Erst konnte Rene Klingenburg aus drei Metern nicht mehr genug Druck hinter den Ball bringen, sodass das Spielgerät in die Arme von Brinkies kullerte. Und dann wäre da noch der Lattenkopfball des eingewechselten Tobias Warschewski zu nennen. Joa, und das war es dann eigentlich schon: Viel Aufwand aber kein Ertrag.

Auch das Positive sehen

Aber sollte uns so ein Spiel wirklich überraschen? Uns allen war vor der Saison klar, dass der Kader dünn besetzt ist und uns Sperren und Verletzungen schnell aus dem Tritt bringen können. Und genau das passiert im Moment. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Preußen Münster schließt die Hinrunde auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Das hätte ich mir vor der Saison nicht träumen lassen. Und Benjamin Schwarz ist zurück! Ein Mann, der dem jungen Team mit seiner Routine vielleicht helfen kann.

Den Blick auf die Ränge spare ich mir heute. Denn dann hätte ich ungefähr 3000 Gründe, um mich zu ärgern. Und so will ich mir den Sonntag nicht versauen.

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!

Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Menig (Heinrich, 46.), Schweers, Scherder, Schwarz – Klingenburg, Rodrigues Pires (Warschewski, 61.), Kobylanski – Rühle (Hoffmann 75.), Cueto, Müller.
Zwickau: Brinkies – Lange, Antonitsch, Wachsmuth, Barylla – Schröter (Bonga, 86.), Könnecke, Frick – Miatke (Kartalis, 58.), König, Bickel (Hoffmann, 71.)

Tore: 0:1 Barylla (5.), 0:2 König (21.)

Gelbe Karten: Rodrigues Pires, Kobylanski, Müller / König, Baryll

Zuschauer: zu wenige (Für Statistikfreunde: 4.967)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (aus OSNABRÜCK!!!!11!!drölf!!!)


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