Ein Fußballspiel dauert 26 Minuten

2018/2019 - Spielbericht - FC Energie Cottbus - SC Preußen Münster - 3:0
Spielbericht – FC Energie Cottbus – SC Preußen Münster 3:0 (3:0)

Auch mit einer (kurzen) Nacht Abstand bleibt diese Auswärtsfahrt nach Cottbus wohl eine, die nach diesem Bericht schnell vergessen werden sollte. Ein zugiges und mit 5.248 Zuschauern eher spärlich besetztes Stadion der Freundschaft war Schauplatz einer letztlich verdienten 0:3-Niederlage, in der unsere Jungs – wie schon ein paar Mal in dieser Saison – die Anfangsphase verschliefen.

Kurzer Spielbericht

Na gut, der Freistoß zum 1:0 durch 3. Liga-Alterspräsident Dimitar Rangelov in der vierten Minute war extrem unglücklich. Rene Klingenburg, Ole Kittner und Fabian Menig versuchten sich in der Mauer als verspätetes Karnevals-Dreigestirn und gaben Energie damit etwas zu lachen. Der Ball wurde für Max Schulze Niehues unhaltbar abgefälscht und landete gegen seine Laufrichtung im Tor. Nur ein paar Minuten gespielt, fast 600 Kilometer in den Knochen und schon lag man hinten: Jetzt wussten in unserem Block wohl einige, wie sich die Aalener am letzten Samstag in Münster gefühlt haben mussten.

Drei Minuten später klingelte es erneut im Preußen-Kasten. Im Stadion hatte es noch abseitsverdächtig ausgesehen, aber der heute leider starke Streli Mamba bewies im Rücken von Niklas Heidemann gutes Stellungsspiel und musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Zuvor hatten sich Scherder und Rangelov im Strafraum gegenseitig über den Haufen gerannt, sodass ein Mann in der Verteidigung fehlte. Ein Foul war es aber definitiv nicht.

Der Spielbericht endet an dieser Stelle. Denn nach der 26. Minute und der Hütte von Daniel Bohl war das Spiel gelaufen. Man muss allerdings anerkennen, wie schön dieses Tor herausgespielt war. Ein langer und schneller Abwurf von Energie-Keeper Rauhut landet in der Preußen-Hälfte bei Freitas. Der legt raus auf den Flügel und die Flanke von dort landet bei Daniel Bohl, der sich gegen Sandrino Braun durchsetzt und den Ball in die lange Ecke bo(h)lzte. Ein mustergültiger Angriff.

Es gab auch Gutes

Ihr wollt doch noch etwas Positives über unsere Preußen hören? Na gut! In der zweiten Halbzeit kassierten sie kein weiteres Tor und bemühten sich auch redlich noch eine Bude selbst zu machen. Die beste Chance dazu hatte in Minute 73 Philipp Hoffmann, der einen schick gespielten Chip (sagt das mal schnell drei Mal hintereinander!) von Rodrigues Pires akrobatisch annahm, den Ball aber am langen Pfosten vorbeischob.

Noch etwas? Ja. Martin Kobylanski gewann das mannschaftsinterne Pfostenschießen, als er in der 20. Minute einen Freistoß aus gut 25 Metern an den Außenpfosten zirkelte. Zu diesem Zeitpunkt stand es erst 2:0 für Cottbus, sodass sich hier ein fröhliches „Was-wäre-wenn-Spielchen“ anbietet. Denn mit dem 1:2 zu diesem Zeitpunkt, wäre das Spiel offener und mindestens ein Punkt in Reichweite gewesen. Aber dann kam ja Daniel Bohl.

Immer noch nicht genug positive Preußen-Nachrichten? Eine gäbe es da noch. Sandrino Braun wird nicht unter der englischen Woche leiden müssen und kann einigermaßen erholt am kommenden Wochenende in Wiesbaden antreten. Denn er holte sich – leider berechtigt – in der 67. Minute für ein taktisches Foul an Rangelov (Schon wieder der!) die zweite gelbe Karte von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ab. Marco Antwerpen hingegen wird am Dienstag also wieder umstellen müssen.

Und drumherum?

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die Ränge. Es ist schon ein bisschen erschreckend, wenn man diese großen, ehemaligen Bundesliga-Stadien so leer vorfindet. 5.248 Zuschauer sahen im Stadion der Freundschaft schon ein wenig verloren aus. Besonders die riesige Osttribüne war nur sehr spärlich gefüllt und wird wohl auch nur zu jedem Spiel geöffnet, weil sich dort die Plätze für Menschen mit Behinderungen befinden. Diese sind allerdings mit 50 Plätzen ziemlich üppig und ihre Ausstattung vorbildlich.

Offizielle Zahlen zu den Gästefans gibt es noch nicht, deshalb messen wir unsere Auswärtsfahrer-Zahl mal in Wolfsburg-Einheiten. Sprich: Angereiste Autos. Die aktive Fanszene fuhr mit einem wohl voll besetzten 50er-Bus und brachte ihre zwei Schwenkfahnen, eine Trommel und das „Sportclub“-Banner mit. Ansonsten fuhren noch zwei vollbesetzte Bullis der Linie 1906 nach Cottbus. Außerdem habe ich auf dem Gästeparkplatz noch einige Kennzeichen aus unserer Heimatregion entdecken können. Falls diese Autos alle komplett besetzt waren, könnte der Gästeblock ganz knapp dreistellig geworden sein. Das wäre angesichts der langen Tour wirklich beachtlich.

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!

Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Klingenburg, Braun, Kobylanski (Dadashov, 80.) – Rühle (Hoffmann, 52.), Akono (Rodrigues Pires, 70.), Cueto
Cottbus: Rauhut – Weidlich, Matuwila, R. Müller, Schlüter – Bohl, J. Gjasula – Rangelov (Hemmerich, 73.), Marcelo Freitas (Holthaus 82.), Viteritti (F. Geisler, 67.) – Mamba

Tore: 1:0 Rangelov (4.), 2:0 Mamba (7.), 3:0 Bohl (26.)

Gelbe Karten: Rangelov / Braun
Gelb-Rote Karte: Braun

Zuschauer: 5.248

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus


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