Investoren gesucht!

2019/2020 - Preußen Münster sucht neue Investoren für die KGaA

Am vergangenen Freitag ging es bei der Pressekonferenz um mehrere Themen. Während wir die „Aufholjagd” schon beleuchtet haben, stehen beim Verein noch weitere Themen auf der Agenda. Die Aktien bei KGaA sollen aktiver beworben werden. Der SC Preußen möchte nun nach der ganzen Konsolidierung endlich wieder Geld für das sportliche und andere Themen einnehmen.

„Zurückhaltung ist spürbar”

In seiner Einleitung kristallisierte Präsident Christoph Strässer zwei große Bereiche heraus. Sportlich müssen man nun schauen, wie man es schaffen kann, aus der aktuellen Situation herauszukommen. „Man darf aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Der Rückstand ist groß, aber nicht unaufholbar.” Zudem müssen man schauen, wie man Aktien der KGaA an den Mann bekomme und neue Interessenten für eine langfristige Investition gewinnen könne.

Die Zurückhaltung beim Erwerb von Anteilen ist jedenfalls spürbar, was auch den Regeln in der Satzung geschuldet ist, welche durch die Mitglieder gewollt und installiert wurden. Anders wäre auch die eigentliche Ausgliederung nicht akzeptiert worden. Dennoch stellte Strässer deutlich klar, dass es den e.V. SC Preußen Münster, ohne eine Ausgliederung heute nicht mehr geben würde. Die bereits eingenommenen 5,6 Millionen konnten allesamt nicht in den Kader investiert werden. Hiermit musste man zahlreiche Verbindlichkeiten bedienen und auch den Forderungen des DFB gerecht werden.

Mittels professioneller Werbemaßnahmen sollen nun endlich Investoren gewonnen und neue Mittel für den Sport generiert werden. Hier holt sich der Verein auch externe Hilfe dazu. Da aber noch keine Verträge unterschrieben worden ist, konnten auch noch keine Namen genannt werden. Momentan sondiert man den Markt und führt Gespräche.

Strässer selbst möchte eine breite Streuung der Aktien. „Es muss niemand eine Million auf den Tisch legen.” Aber es soll auch eine Untergrenze für ein Investment geben. Die Zahl von 50.000 € steht da im Raum. Dennoch würde man sich nicht verschließen, wenn jemand mit einem Investment etwas drunter liegen würde. Wie genau alles ablaufen soll, wird momentan geprüft. Beim Wirtschaftsprüfer liegen diverse Vorschläge zur Prüfung, die dann auf der Jahreshauptversammlung im Januar spruchreif sein und vorgestellt werden sollen.

Wozu braucht Ihr mehr?

Diese Frage hört Strässer oft. Und auch dieser Gedanke macht es eben nicht einfacher, neue Investoren zu finden. Mit den bereits eingebrachten Mitteln stellen sich eben viele die Frage, wofür der Verein noch mehr brauchen würde. Das eingenommene Geld ist schlichte Existenzsicherung gewesen und zur Konsolidierung eingeflossen. Allerdings ist laut Westermann die KGaA nun gesundet, sodass man ab jetzt ein gesundes Konstrukt anbieten kann, was in der Zeit vorher eben noch nicht möglich gewesen ist.

Die Preußen haben jedenfalls Nachholbedarf an allen Fronten. Die Infrastruktur, die Plätze, kein Nachwuchsleistungszentrum, kein Spielraum für Verpflichtungen aus dem aktuellen Haushalt. Ein marodes Stadion kommt dann noch hinzu.

Da schaut man auch Neidisch in die Nachbarschaft, wo zum Beispiel in Bielefeld sehr viel möglich gewesen ist. Die Preußen möchten nun aber die Öffentlichkeit, die Menschen und die Wirtschaft mobilisieren. Ein Abstieg wäre laut Strässer schädlich für die Region und den Verein. Niewöhner beziffert grob, dass der Abstieg in die Regionalliga zu etwa 1 Million Euro Verlust führen würde.

Warum nicht eher?

Nun, auch dieser Gedanke ist legitim und nachvollziehbar und wurde in den sozialen Medien auch mehrfach geäußert. Warum hat der SC Preußen nicht eher mit diesem Thema angefangen und die Aktien besser beworben.

Zunächst ist es nicht so einfach Geld einzusammeln, wenn man eine Gesellschaft ist. Bei einem Verein wird gespendet und der Spender erhält eine Spendenquittung. Das Konstrukt beim Verein, ist in der Gesellschaftsform auch einmalig beim Amtsgericht. Daher war auch die Form der Gesellschaft und die damit eingehenden Prozesse ein Lerneffekt für alle Beteiligten. Westermann betonte zudem, dass man nun zwei Jahre mit dem Thema Stadion verbraucht habe. In diesem Zuge stand ein Investor parat, der sowohl in ein Stadion, als auch in die KGaA investieren wollte. Da die Planungen letztlich gescheitert sind, ein Stadion mit einer Kapazität von 35.000 – 40.000 zu errichten, war dieses Thema dann ebenfalls vom Tisch und Zeit verstrichen. Der Investor weg.

Es tut sich was

Man kann nicht abstreiten, dass man nun endlich weiter versucht, den Verein intensiv voranzutreiben. Man war sich allerdings sicher, dass man etwas besser durch diese Saison kommen würde, als bislang. Dennoch hilft es nichts in der Vergangenheit zu verbleiben. Man muss den Ausblick nach vorne richten und schauen, was man noch bewegen kann. Sicherlich hat die aktuelle sportliche Lage dazu beigetragen, diverse Themen zu beschleunigen. Man kann allerdings nur hoffen, dass diese Entscheidungen am Ende nicht zu spät waren.

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