Fanszenen der 3. Liga Hallescher FC

Fanszene Hallescher FC - Saalefront

Die Fanszene des Halleschen FC steht bei Heimspielen in der sogenannten „HFC-Fankurve“, welche sich auf der Westseite des Erdgas-Sportparks befindet. Für Stimmung und Choreos sorgt beim HFC die berühmt-berüchtigten „Saalefront-Ultras“. Bei normalen Heimspielen erstreckt sich der Stimmungskern meist über etwa 200 Ultras und Supporter. In fremde Städte folgen dem HFC bei weiteren Entfernungen ebenso meist 200 Mann. Bei den Auswärtsspielen in der Nähe (z.B. in Magdeburg) ist Halle meist mit einer guten Anzahl vor Ort, doch die Gästeblöcke sind dabei eher selten ausverkauft.

Zuhause versammeln sich die Supporter und Ultras hinter der großen Zaunfahne mit der Aufschrift „Saalefront Ultras“. Wie bei vielen anderen Gruppen auch, prangt zwischen den beiden Worten das Gruppenlogo. Links und rechts der Zaunfahne hängen die kleineren, und auch weniger bedeutsamen Fahnen der Hallenser Fanszene. Hinter der Westkurve hängt Heimspiel für Heimspiel das große und auch recht bekannte Banner mit der Aufschrift „HFC-Fankurve“. Links und rechts des Schriftzuges, befindet sich das Vereinslogo des HFC.

Auswärts ist die wichtigste Zaunfahne die Auswärtszaunfahne der Saalefront mit der Aufschrift „S.F.“. Zwischen den Buchstaben befindet sich auch hier das Gruppenlogo. Die Buchstaben sind in einer altertümlichen Schriftart geschrieben und dadurch recht verschnörkelt. Auch hier hängen links und rechts davon die kleineren und weniger bedeutsamen Fahnen der Fanszene.

Wer Eingangs genau hingeschaut hat, dem wird die Formulierung „die berühmt-berüchtigten „Saalefront-Ultras“.“ nicht entgangen sein. Hierbei handelt es sich nicht um leere Worte, denn unter den Ultras der „SF“ befinden sich auch einige Hooligans oder zumindest „sportlich orientierte“ Leute. So ist es auch ein offenes Geheimnis, dass die Saalefront gerne Versuche startet, Gästefans auf dem Weg zum Stadion zu attackieren. – Wer zu einem Auswärtsspiel ins ferne Halle aufbricht, sollte also spätestens ab den Stadtgrenzen auf der Hut sein. Für Zugfahrer gilt dies vor allem für den Weg vom Hauptbahnhof zum Stadion.

Die HFC-Fans reden eher selten vom „Halleschen FC“, da sie Traditionen beibehalten wollen und daher meist den alten Vereinsnamen „Chemie Halle“ oder genauer „Hallescher FC Chemie“ verwenden. Diesen Namen trug der Verein bis ins Jahr 1991, wo der Namenszusatz „Chemie“ dann plötzlich wegfiel.

Das Verhältnis zwischen Fans und Vereinsführung ist aktuell noch angespannt, da der Verein die Ultra-Gruppierung „Saalefront“ zu Beginn der Spielzeit 2014/15 ausschloss, in dem er jegliche Gruppensymbole im Stadion verbot. Erst beim Heimspiel gegen die zweite Mannschaft vom VfB Stuttgart (9. Spieltag) hing wieder eine Fahne der „Saalefront“. Allerdings handelte es sich hierbei „nur“ um die, oben beschriebene, Auswärtsfahne, weshalb man davon ausgehen kann, dass diese ins Stadion geschmuggelt wurde. Zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden (11. Spieltag) hing dann zum ersten Mal in der Saison die Heimfahne der „Saalefront-Ultras“.

Leider muss auch bei der Fanszene des HFC das Thema „Politik“ angesprochen werden. Die „Saalefront Ultras“, sowie deren Jugendgruppe „Jugendbande Saalefront“ fielen in der Vergangenheit leider immer wieder durch fremden- und menschenfeindliche Aktionen und durch antisemitische Schmierereien und Parolen auf. Den traurigen Höhepunkt fand der Antisemitismus in der Demolierung eines Asiaimbisses, der im Nachhinein von den Tätern mit dem Wort „Juden“ beschmiert wurde. Die Menschenfeindlichkeit wurde bei einem gegen den VfL Halle deutlich, als Mitglieder der „Saalefront“ Anhänger des VfL teils krankenhausreif schlugen und sie dabei noch mit dem Wort „Juden“ betitelten. Die rechte Gesinnung ist zwar ein leidiges Thema, jedoch ist es sehr wichtig, dieses Thema anzusprechen und dieser Problematik entgegen zu wirken.

Gründungszeit und Namensgebung

Laut einem Vermerk auf der Homepage der „Saalefront Ultras“ fällt die Gründung eben jener Gruppe auf das Jahr 2000 (Danke für den Hinweis aus Halle!) zurück. Zur Namensgebung findet man, wie auch zur restlichen Geschichte der Gruppe keine wirklichen Infos. Der Namensursprung dürfte allerdings leicht zu erklären sein. Der erste Namensteil („Saale“) leitet sich von der geografischen Lage der Stadt Halle ab, welche nun mal direkt an der Saale liegt und eben diesen Fluss auch im Namen trägt (Halle an der Saale). Beim zweiten Namensteil kann man nur raten, allerdings dürfte das Wort „Front“ wohl auf die sportliche Gesinnung der Gruppe hinweisen. Ob dies aber wirklich so stimmt, wird für Außenstehende wohl unklar bleiben.

Freunde und Rivalen

Freundschaften pflegen die HFC-Fans zu den Anhängern vom 1. FC Lokomotive Leipzig und vom FC Rot-Weiß Erfurt. Diese Freundschaft kann man als eine Art Dreierbündnis bezeichnen, da alle drei Vereine untereinander eng befreundet sind. Als Derby Nummer 1 bezeichnen die Anhänger der Saalestädter einstimmig die Duelle gegen die blau-weißen Ligakonkurrenten vom 1. FC Magdeburg. Diese Duelle versprechen immer einiges an Brisanz, aber auch nette Choreographien und einiges an Pyrotechnik. Die Hallenser Fanszene gehört zwar nicht zu den größten der Liga, jedoch sollte man die Jungs von der Saale auf jeden Fall ernst nehmen, was vor allem der hohen sportlichen Motivation der „Saalefront“ geschuldet ist.

Steckbrief

  • Standort: HFC Fankurve (Westkurve)
  • Größe des Supportblocks (Heim): 200
  • Auswärtsfahrer: 200
  • Führende Gruppe: Saalefront Ultras
  • Gründung der Gruppe: 2000
  • Freunde: Lokomotive Leipzig; Rot-Weiß Erfurt
  • Rivalen: 1. FC Magdeburg