Bruchwegstadion (1.FSV Mainz 05 II)

Wenn der SC Preußen bei der 2. Mannschaft des 1.FSV Mainz 05 gastiert, verschlägt es ihn nicht in die nagelneue Coface Arena, in der die Bundesliga-Mannschaft ihre Spiele austrägt, sondern in das altehrwürdige Stadion am Bruchweg. Das ist für eine Zweitvertretung nicht ungewöhnlich, denn auch der VfB Stuttgart II und Borussia Dortmund II tragen ihre Spiele nicht im Hauptstadion aus.

Dem Stadionbesuch tut dies jedoch keinen Abbruch, denn erstens füllen die zweiten Mannschaften die Stadien eh kaum mit eigenen Fans, zum anderen haben die alten Spielstätten ihren besonderen Charme. So auch in Mainz.

Bruchwegstadion

Foto: mainz05.de

Das Bruchwegstadion war von 1937 bis 2011 Heimat des Fussball- und Sportvereins und hat in dieser Zeit so einiges miterlebt. Von der ursprünglichen Version des Stadions ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. Lange Zeit war das Stadion ein Graus, der nur die leidensfähigen Fans zu den Heimspielen lockte. Es gab weder VIP-Raum, noch Kneipe. Keinen Komfort und Schimmel in den Kabinen.

1997 stand Mainz 05 kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga, scheiterte am letzten Spieltag jedoch denkbar knapp im direkten Duell mit 5:4 am VfL Wolfsburg. Nichtsdestotrotz war die Hoffnung auf eine rosige Zukunft gegeben und so erhielt das Stadion zwei neue Hintertortribünen, die ein bis heute genutztes Provisorium darstellen. Der nächste Aufstiegskampf folgte im Jahr 2002, den die einst als unaufsteigbar geltenden Mainzer ebenfalls dramatisch verpassten. So wurde beim damaligen Ausbau der Haupt- und Gegentribüne aus Kostengründen der Plan modifiziert und der Bau um einige Meter verkürzt. 2004 gelang den Mainzern dann endlich der erhoffte Sprung in die Bundesliga. Die freien Lücken rechts und links neben der Haupttribüne wurden provisorisch mit unüberdachten Sitzplatztribünen gefüllt, die je 800 Fans Platz boten. Auf der Gegengerade nutzte man den freien Raum für neue Lärmschutzwände. Mit dem Auszug der Profimannschaft aus dem Bruchwegstadion wurden die Zusatztribünen 2011 wieder entfernt.

Plan  BruchwegstadionDie heutige Version des Stadions gewinnt als organisch gewachsenes Stadion zwar gewiss keinen Schönheitspreis, es strahlt jedoch seinen eigenen Flair aus. Ein Ort voller Tradition, der viel Drama, Trauer und Leid zum Ende aber unbändige Freude erlebt hat. 18.700 Zuschauer fasst das Stadion seit der Entfernung der Zusatztribünen, was für die Zweitvertretung und Jugendmannschaften natürlich vollends ausreicht. Der Gästeblock befindet sich auf der Gegengerade in den Blöcken K und L und bietet 1.580 Plätze, im oberen Bereich zum Sitzen, im unteren zum Stehen. Bei großem Andrang wird dieser auf die komplette Gegengerade und somit 4.394 Plätze erweitert. Die vier Tribünen sind in einem Rang direkt am Spielfeld und komplett überdacht. Somit sind alle Fans vor der Witterung geschützt. Das Dach trägt zusätzlich zu einer sehr guten Akustik bei, die durch die offenen Ecken des Stadions nur wenig beeinträchtigt wird. Die Sicht aus dem Gästeblock ist sehr gut und wird nur durch zwei schmale Pfeiler zur Stützung der Dachkonstruktion leicht getrübt. Wer im hiesigen Preußenstadion in der Ostkurve steht, muss sich natürlich auf eine andere Perspektive gefasst machen.

Mit einer Entfernung von nur 310 Kilometer gehört das Bruchwegstadion zu den näher gelegenen Stadien dieser Spielzeit. Mit durchschnittlich knapp 1.000 Besuchern pro Spiel wird es stimmungstechnisch schnell zu einem Heimspiel für unsere Preußen. Da der Gästebereich in jedem Fall mehr als genügend Plätze bietet, kann man sich sein Ticket entspannt vor Ort kaufen. Als Anreise empfiehlt sich das Auto oder einer der Fanbusse.

Bruchwegstadion

Kapazität insgesamt: 18.700
Kapazität Sitzplätze: 8.800 (Überdacht)
Kapazität Stehplätze: 9.900 (Überdacht)
Besonderheiten: Komplett überdacht
Gästeblock auf der Gegengerade
Altes Stadion der 1. Mannschaft

Anfahrt:

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