Gazi-Stadion auf der Waldau (Stuttgarter Kickers & VfB Stuttgart II)

Nachdem in der letzten Spielzeit die Auswärtsspiele bei den beiden Stuttgarter Teams aufgrund von Umbauarbeiten in der Großaspacher mechatronik Arena (VfB Stuttgart II) und an der Reutlinger Kreuzeiche (Stuttgarter Kickers) stattfinden mussten, geht es in dieser Saison wieder zurück in das heimische Gazi-Stadion auf der Waldau. Von „Heimat“ kann man strenggenommen nur im Falle der Kickers sprechen, da die Amateure des VfB dort nur zur Miete spielen. Diese Tatsache stößt bei den meisten VfB-Fans zwar auf wenig Gegenliebe, weil es die Heimat des ungeliebten Stadtrivalen ist, jedoch wird sich an diesem Zustand wohl in den nächsten Jahren nichts ändern.

Blick von der Gegengerade auf die neue Haupttribüne.Foto: stuttgarter-kickers.de

Blick von der Gegengerade auf die neue Haupttribüne.
Foto: stuttgarter-kickers.de

Das Stadion befindet sich in der Nähe des Stuttgarter Fernsehturms im Stadtteil Degerloch, weshalb es von Fans auch gerne einfach nur „Degerloch“ genannt wird. Im Profifußball ist diese Spielstätte zudem mit knapp 500m ü. nN. das höchstgelegenste Stadion. Doch dies ist nicht der einzige Rekord: Mit dem Baujahr 1905 ist das Gazi-Stadion auch das älteste Fußballstadion überhaupt. Der erste nennenswerte Umbau des Stadions fand erst 1975 statt, als die damalige Holztribüne, die im Maßstab 1:3 aus dem Stadion des FC Arsenal London kopiert wurde, abgerissen und ersetzt wurde. Dieser Schritt wurde nötig, weil die Holztribüne aus Sicht des DFB einige Sicherheitsauflagen nicht erfüllte. Gleichzeitig wurde der damalige „Kickers-Platz“ in „Waldau-Stadion“ umbenannt.

Im Jahr 1998 wurde das Stadion umfassend modernisiert, da es nach bereits über 90 Jahren immer mehr zerfiel. Dabei wurde die Gegengerade überdacht und die Kurven erhielten neue Tribünen. Die zweite Namensänderung folgte dann 2004, als das Stuttgarter Lebensmittelunternehmen Garmo die Namensrechte kaufte und das Stadion nach deren Molkereiproduktmarke Gazi benannte. Im Jahre 2008 beschloss die Stadt Stuttgart das nicht mehr drittligataugliche Stadion auf den neuesten Stand zu bringen, doch als die Kickers 2009 in die Regionalliga abstiegen, wurden diese Pläne erst einmal auf Eis gelegt und der Umbau wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die einzige Änderung, die in diesem Zeitraum stattfand, war lediglich der Tausch der Sitzbänke auf der Haupttribüne in blaue Sitzschalen.

Ein größerer Umbau erfolgte letztendlich in der vergangenen Saison, weshalb das Stadion für den Spielbetrieb gesperrt wurde und die beiden beheimateten Teams umziehen mussten. Der Umbau bestand darin, dass die alte Haupttribüne abgerissen wurde und einer größeren und vor allem moderneren Tribüne weichen musste. Die neue Tribüne umfasst nun 2.211 überdachte Sitzplätze und erfüllt damit die Vorgaben des DFB. Insgesamt besitzt das Gazi-Stadion eine Kapazität von 11.408 Plätzen, davon 2.211 Sitzplätze, die sich alle auf der neuen Haupttribüne befinden und 9.197 Stehplätze. Hiervon befinden sich 2.048 auf der Osttribüne und 2.304 auf der Westtribüne. Diese sind allesamt unüberdacht. Auf der Gegengeraden befinden sich die restlichen 4.845 Stehplätze, welche alle überdacht sind.

Gazi-Stadion PlanDer Gästeblock befindet sich in Block D der Gegengeraden und beherbergt 830 Stehplätze. Werden mehr Gästefans erwartet, können optional auch die Blöcke F1-F3 geöffnet werden, sodass die gesamte Osttribüne in Hand der Fans der Gastmannschaft ist. In diesem Falle dürfen maximal 2.800 Fans in den Gästeblock. Besonders im Gästeblock auf der Gegengeraden ist die Sicht jedoch eher schlecht, da man von vielen hohen Zäunen umgeben ist, die die Sicht erheblich verschlechtern. Sitzplätze für Gästefans gibt es in den Blöken E1 und E2, allerdings ist hier zu beachten, dass diese Blöcke nicht nur für Auswärtige geöffnet werden, sondern hier auch Fans der Heimmannschaft sitzen können.

Die Eintrittspreise liegen bei Heimspielen der Stuttgarter Kickers und des VfB Stuttgart II bei 11€ für einen Stehplatz (10€ ermäßigt) und 27€ für einen Sitzplatz (20€ ermäßigt). Somit sind die Stehplätze auf dem selben Preis-Level, wie im Preußenstadion, die Sitzplätze sind allerdings deutlich teurer.

Mit 480km ist Stuttgart zwar relativ weit entfernt, jedoch gehört es auch nicht zu den weitesten Auswärtsspielen. Wer mit dem Auto anreist, kann gemütlich am Stadion parken, da hier ausreichende Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Zu beachten ist jedoch, dass das gesamte Stuttgarter Stadtgebiet nur mit grüner Umweltplakette befahren werden darf. Alternativ kann man natürlich auch mit dem Zug anreisen. Anschließend kann man mit der Stadtbahnlinie U15 zur Haltestelle Ruhbank/Fernsehturm fahren, von wo aus es nur noch wenige Meter zum Stadion sind. Außerdem bietet sich eine Busfahrt an, was bei solchen Spielen wohl die entspannteste aller Möglichkeiten ist.

Gazi-Stadion auf der Waldau

Kapazität insgesamt: 11.408
Kapazität Sitzplätze: 2.211 (überdacht)
Kapazität Stehplätze: 9.197 (4.845 überdacht)
Besonderheiten: Höchstgelegenes Stadion der Liga
Ältestes Stadion im deutschen Profifußball
Neue Haupttribüne

Anfahrt:

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