Holstein-Stadion (Holstein Kiel)

Holstein Kiel blickt nicht nur auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück, die Sportvereinigung trägt auch ihre Heimspiele in einer der ältesten Spielstätten Deutschlands aus, dem Holstein-Stadion im Stadtteil Kiel-Wik. Das bis 1965 noch Holstein-Platz genannte Stadion wurde bereits 1911 errichtet und hat seit dem eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Stadion wurde dabei nicht nur erweitert und renoviert, es hat auch durch zwei Windhosen (1922 und 1971) sowie Bombentreffern im zweiten Weltkrieg ordentlich Schaden nehmen müssen.

Blick aus dem Gästeblock des Holstein-Stadions.

Blick aus dem Gästeblock des Holstein-Stadions.

Die aktuelle Version des Stadions bietet mittlerweile eine wilde Mischung von neuen und alten Elementen. Um die Lizenzauflagen des DFB zu erfüllen, mussten im Jahr 2006 zahlreiche Umbaumaßnahmen am Stadion durchgeführt werden. Dabei entstanden zwei komplett überdachte Stahlrohrtribünen, die nun direkt am Spielfeld gelegen sind: Die Hintertortribüne im Westen, auf der die Heimfans stehen sowie die Gegengerade im Norden, die eine Mischung aus Steh- und Sitzplätzen bietet. Dem eigentlichen Charme des Stadions werden diese Konstruktionen allerdings nicht gerecht.

Weniger modern ist die nur teilweise überdachte Haupttribüne und der Gästebereich, der sich über die ganze Ostkurve erstreckt. Während die Gegenseite auf einer neuen Tribüne direkt hinter dem Tor steht, hält man sich als Gast in der einzig verbleibenden Kurve weiter weg vom Spielgeschehen auf. Auch auf den Komfort eines Daches muss man komplett verzichten und ist somit den Wetterverhältnissen ausgeliefert. Ein Umstand den man natürlich aus der heimischen Kurve im Preußenstadion bestens kennt. Die Stufen im Holstein-Stadion sind aber immerhin gerade und im guten Zustand, seit 2006 gibt es in der dortigen Ostkurve auch Wellenbrecher.

Die Pfeiler der neuen Anzeigetafel stören zwar die Sicht, allerdings ist der Gästeblock groß genug um diesem Problem ausweichen zu können.

Die Pfeiler der neuen Anzeigetafel stören zwar die Sicht, allerdings ist der Gästeblock groß genug um diesen ausweichen zu können.

Die Sicht aus dem Gästeblock wird teilweise durch zwei Pfeiler der neuen Videowand beeinträchtigt, allerdings ist der zur Verfügung stehende Platz mehr als ausreichend um diesen aus dem Weg zu gehen. Ansonsten hat man aus dem Gästeblock freie Sicht auf das wie erwähnt etwas entfernte Spielfeld. Akustisch bietet die offene Kurve natürlich keinerlei unterstützende Elemente. In diesem Punkt sind die Heimfans mit ihrer überdachten Stahlrohrkonstruktion klar im Vorteil. An der Gastronomie im Stadion müssen die Kieler auf jeden Fall noch arbeiten: Das Angebot an Essen und Getränken war zwar umfangreich, teilweise jedoch nicht ausreichend vorhanden. Auch dass es nur alkoholfreies Bier gab ist aus unserer Sicht unverständlich und für viele Besucher ein Ärgernis.

Mit knapp 366 Kilometer Entfernung zählt das Holstein-Stadion zu den nähergelegenen Stadien in der dritten Liga und ist gut mit einem der Fanbusse, Auto oder Zug zu erreichen. Da sich im Normalfall nur ein paar hundert Preußenfans auf den Weg nach Kiel machen, sind die Wartezeiten am Einlass kurz. Man kann sich sein Ticket entspannt vor Ort kaufen.

Holstein-Stadion

Kapazität insgesamt: 11.386
Kapazität Sitzplätze: 2.434 (1.854 Überdacht)
Kapazität Stehplätze: 8.952 (5.780 Überdacht)
Besonderheiten: Mischung aus alten und neuen Tribünen
Großer Gästebereich
Nur alkoholfreies Bier

Anfahrt:

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